Mit ‘Spielegeschichten’ getaggte Artikel

Welcome to the Jungle

Sonntag, 25. Januar 2009

Heute möchte ich euch dann doch mal was über unsere Rollenspielrunde erzählen.

Wer nicht weiß, was ein Rollenspiel ist, kann hier nachschauen.

Ich beginne mal damit, die Freaks der Reihe nach vorzustellen.

Schanne aka Kabrowska. Ork-Kriegerin. Schleppt haufenweise Äxte und Hartwürste durch die Gegend. Letztere verspeist sie ständig mit Hochgenuss.

karbrowska

Dschirimam aka Rine. Gnomenmagierin. 1,01 m groß.  Hat immer 100 Pfeile dabei. Wechselt alle paar Tage die Haarfarbe.

rine

Steffo aka Marthim. Überirdisch schöner Nachtelfendieb. Glücksspielsüchtig. Eitel. Prahlt mit seiner überirdischen Schönheit. Besitzt Schleich-Stiefelchen.

marthrim

Huldine aka Darga di Dongo. Kobold-Schamanin aus dem Dschungel. Dreadlocks. Knapp einen Meter groß. Wäscht sich selten und trägt eine Leichenhand mit sich herum. Riecht dementsprechend. Ist manisch-depressiv.

darga

Ohne Abbildung, aber dennoch dabei:

Paule aka Vengador. Gnomenpriester. Auch nicht größer als Rine und Darga. Neu in der Gruppe und bisher als einziger nicht verhaltensauffällig.

Caristian aka Rolando di Saronne. Adeliger Paladin. Betet viel.

So. Das sind sie also, die wackeren Streiter wider das Böse. Die Gruppe hat eine Durchschnittsgröße von 1,40 m und fällt durch ihre Zusammensetzung sowieso schon auf wie die sprichwörtlichen bunten Hunde.

Aber damit nicht genug. Marthim hat sich einen Panther als Haustier in den Kopf gesetzt, was Darga veranlasste, sich eine Hyäne als Reittier zu wünschen. Und nachdem Rines Kakadu von einem Adler zerfetzt wurde, will sie sich einen Geier zähmen.

Der olle Radulf schickte die Gruppe heute also in den Dschungel. Da könnte es solche Viecher ja geben. Sie haben sogar extra die Fertigkeit Tiere ausbilden gelernt.

Dort angekommen opferte Darga den Göttern des Dschungels unzählige Bananenstauden und sonstige Früchte. Also bekamen Marthim und Darga nach einigen geglückten Würfelwürfen einen Babypanther bzw. eine Babyhyäne. Eigentlich gingen Marthims Würfe auf tragikomische Weise schief, aber der olle Radulf drückte wieder mal ein Auge zu.

Aber damit immer noch nicht genug. Darga wollte ihre Hyäne säugen. Radulf verdrehte die Augen.

Radulf: “Wenn du mit 2 Würfeln einen Pasch schaffst, dann kannst du das machen. Aber es muss ein bestimmter Pasch sein. Du darfst allerdings bestimmen, was für einer es sein soll.”

Huldine: “Fünferpasch.”

Und würfelte.

wuerfel

Mehr sage ich zu dem Thema heute nicht mehr.

Klopfer des Jahres 2008

Sonntag, 11. Januar 2009

Der Radulf führt eine Strichliste. Dort wird von den Stammmitspielern die Anzahl der Spiele und die der Siege festgehalten. Radulf führt diese Liste bisher unangefochten an.

Auf dem oberen Teil der Liste haben Radulf und Huldine ein eigenes Feld, und alle anderen Mitspieler sind aus listen- verwaltungstechnischen Gründen als Klopfer zusammengefasst. Ursprünglich stand da Opfer, aber der Caristian machte irgendwann ein Kl davor.

Auf dem unteren Teil der Liste ist dann die Klopfersonderwertung. Und im Jahr 2008 hatte der Hammurabi die beste Quote aus Spielen und Siegen.

Deshalb hat der Radulf ihm eine Urkunde ausgestellt.

01-11urkund

Im Rahmen einer mehrstündigen Zeremonie wurde das gute Stück dann vom zweitplazierten Caristian überreicht.

01-11uberreich

Auf ein Neues im Spielejahr 2009!

Radulf und Huldine in 35 Jahren

Samstag, 10. Januar 2009

Muss aber dazu sagen, dass wir es bis dahin auf keinen Fall schaffen, unsere Küche derartig geschmackvoll einzurichten.

Spielen!

Dienstag, 06. Januar 2009

Es wurde spät gestern und wir haben zwei neue, wirklich sehr gute Spiele kennengelernt.

Und zwar Imperial und Die Händler von Genua.

Mitgebracht und erklärt hat sie uns der Paule. Die Schanne war auch dabei.

Das Bild ist von heute morgen und zeigt die Reste:

imperial-tag

Imperial ist ein unglaublich gutes Spiel. Es geht um Kriege, Macht und Geld, ich will demnächst einen ausführlichen Spieletipp machen, weil es mich wirklich sehr fasziniert hat. Bin noch ganz von den Socken. Der Trick bei Imperial ist, dass man nicht, wie bei anderen Strategiespielen, ein Land aufbaut und dann versucht, die anderen zu überrennen. Denn man kauft sich die Länder durch Investitionen in deren Staatskasse, und es kontrolliert immer derjenige ein Land, der das meiste Geld investiert hat.

Bei meinem ersten Spiel machte ich also den Fehler, mich zu sehr auf England zu versteifen, ich baue Fabriken und Armeen und bin ganz stolz auf meine Arbeit, und plötzlich investiert die Schanne 16 Millionen und England gehört ihr. Ich habe echt blöd aus der Wäsche geguckt. Sie hat nachher übrigens zugegeben, dass sie es hauptsächlich gemacht hat, um mich zu ärgern, und nicht aus taktischen Erwägungen. Das riecht nach Rache!

Hinzu kam, dass ich auch noch Österreich aufgebaut hatte, und das schnappte mir der Paul kurz vor einer Wertungsrunde wech, so dass ich noch dümmer aus der Wäsche geschaut habe. Auch das riecht nach Rache!

Paule hat dann gewonnen. Das riecht!

Nachträgliche Anmerkung:
Allerdings hatte die Huldine bis fast zum Schluss geführt, und nur weil Paul im allerletzten möglichen Moment noch in Russland investieren konnte, wurde sie dann noch knapp Zweite.
Ende der nachträglichen Anmerkung

Dann wurde diskutiert, ob wir noch was spielen sollten und welches Spiel und dass es schon nach zwölf sei.

Ich wollte unbedingt meine Rache, aber Paule setzte sich durch und Die Händler von Genua wurde ausgepackt. Und das war gut so, denn auch das ist ein wahnsinnig tolles Spiel, wenn auch von einer ganz anderen Baustelle. Keine Armeen und Flotten und Fabriken, sondern eine kleine Stadt, in der man rumlaufen und Salz, Pfeffer, Kupfer, Weizen und Tuch an den Mann bringen muss. Es dreht sich viel ums Feilschen und Handeln und fördert und fordert auf sehr schöne Weise die Kommunikation unter den Spielern, man muss aber auch gut planen und taktieren.

Und der olle Radulf bekam doch noch seine Rache, weil er nämlich gewonnen hat.

Und schwupps war es drei Uhr.

Die Huldine linst mir gerade beim Schreiben über die Schulter und beschwert sich, dass sie keine Erwähnung findet. Sie hat natürlich -wie immer- sehr gewieft taktiert und wurde in beiden Spielen nur ganz knapp Dritte sogar einmal knapp Zweite. Außerdem sah sie bei beiden Spielen sehr dekorativ aus und der Tee, den sie gegen 11.00 Uhr gemacht hat, schmeckte sehr lecker. Und sie ist wirklich geradezu bewundernswert gut darin, ihren angeberischen, selbstverliebten, besserwisserischen und klugscheißenden Machoarsch von Ehemann zu ertragen.

Ich finde sie echt gut! Wirklich! Jetzt muss sie doch noch grinsen!

Rumpel Royal

Sonntag, 04. Januar 2009

Gestern abend verwandelte sich unser Wohnzimmer in eine Spielhölle.

Wir spielten Poker

Dabei waren:

Huldine, Pedde, Radulf, Schanne, Jirimam und Steffo.

pokertisch

Um Punkt 20.30 Uhr begann das Spiel. Blicke wurden grimmig, Mundwinkel verzerrten sich. Mit völlig undurchschaubaren Mienen saßen wir da, bis zum äußersten gespannt. Sechs wachsame Augenpaare registrierten jede Bewegung, jedes Zucken der Augenlider, jede noch so kleine Regung, jeden nervösen Griff zur Zigarette oder zum Glas. Die ersten Karten wurden ausgeteilt. Hände griffen nach den Karten, hoben sie sachte, ganz sachte an. Peddes rechter Daumen zitterte ab und an ein wenig, Schanne hüstelte erregt. Huldines Augen schienen zu blitzen – oder war das ein Lichtreflex?

Ich schalte jetzt den Dramatikmodus ab, diese Art der Schilderung von Pokerspielen gehört definitiv nicht zu meinen schriftstellerischen Stärken, wie ich gerade merke. Das überlasse ich lieber Herrn Fleming. Aber man kann es ja mal versuchen.

Ich hatte mich von allen am besten im Griff, möchte ich betonen. Lediglich etwas Schaum vor dem Mund gab gelegentlich Anhaltspunkte auf mein Blatt, doch redete ich mich geschickt mit dem Hinweis auf Tollwut heraus.

Es wäre müßig, die vielen Höhepunkte des Abends aufzuzählen, einer war sicherlich der mächtige Pott, den der Pedde abgestaubt hat, weil er seinen Flush mit einer As bauen konnte und damit Steffos Buben überwältigte.

Der nächste Höhepunkt folgte dann gleich danach, es war Steffos Wutrede über die As.

Es wurde hoch gepokert und tief gestapelt. Die beiden alten Männer tranken feinsten schottischen Whiskey. Es wurde geraucht und Kaffee getrunken. Ab und an ging auch mal jemand auf die Toilette. Und es wurde geblufft und gelacht und es wurden Scherze  auf Kosten der Verlierer gemacht. Es gab einige Diskussionen über die Regeln. Manchmal musste der Radulf auch mit strenger Miene eingreifen, wenn zuviel geplaudert wurde: “Die Blinds bitte! Wir sind nicht zum Spass hier!” Im allgemeinen war Radulf jedoch milde gestimmt, denn es war ne jute Truppe.

Am Ende waren fast alle so mehr oder weniger auf Null, bloß der olle Radulf hat jetzt Schannes Geld. Aber eigentlich bleibt es damit ja in der Familie.

Und nachdem das junge Volk gegangen war, saßen der Pedde und der Radulf und die Huldine noch bis sechs Uhr wach und redeten unter anderem über Stalking, Kinder und Tätowierungen.

Ein gelungener Abend, der nach baldiger Wiederholung kräht.

Ein weiterer Bericht des Abends findet sich natürlich auch beim Pedde.

Bis denne,

Euer Radulf

Männer und Kapitulationen

Sonntag, 28. Dezember 2008

Gestern haben wir uns mal wieder zu viert die Köppe eingehauen.

Es spielten: Hammurabi, Caristian, Huldine und Radulf.

Es wurde gespielt: Age of Empires 3

kommandozentrale

Ein Echtzeitstrategiespiel (am Computer, wir hatten vier davon), bei dem man mit Musketieren, Husaren, Dragonern und Kanonen etc. gegeneinander antritt. Um ein möglichst beeindruckendes und großes Heer aufstellen zu können, muss man zuerst mal ein wenig Aufbauarbeit leisten. Man verfügt am Anfang über einige Siedler, die man dann zum Holzhacken, zur Büffeljagd oder zum Silberabbau schickt. Von den Rohstoffen baut man dann Häuser und Kasernen und Ställe usw., in denen man dann die bereits erwähnten Truppen ausbildet.

Es war zu Anfang großartig und gegen Ende seltsam.

Wir spielten erst gegen vier Computergegner, die wir herbatschten, dass es knallte. Unsere unzähligen Heldentaten werden noch in Jahrhunderten besungen werden, wenn unsere Rechner schon längst in Technikmuseen stehen werden.

Dann kam Radulfs und Huldines große Stunde. In zwei hart umkämpften Spielen bezwangen sie dank grimmiger Entschlossenheit und überragender Strategie den Hammurabi und den Caristian.

Im Anschluss daran fräste sich Radulf in zwei Spielen Jeder gegen Jeden durch seine Gegner wie eine Kettensäge durch einen Gorgonzola.

Dann legte sich Huldine schlafen und Radulf pausierte ein Spiel, um abzuwaschen und ein wenig aufzuräumen (Es ist unglaublich, wie viele Tassen vier Computerkrieger brauchen).

Die zwei Freunde machten derweil ein Spiel zu zweit gegeneinander. Nach getaner Arbeit setzte sich der Radulf dazu und linste den beiden über die Schulter.

Nun hatte der Caristian den König von Babylon irgendwann so ganz übel überrannt. Ein Großteil der Arbeiter des Verlierers war dahingemetzelt, seine Stadt lag in Schutt und Asche und die Horden des Siegers paradierten mit wehenden Fahnen durch die Trümmerhaufen.

Währenddessen flüchtete Hammurabi mit seinen verbliebenen Arbeitern in eine Ecke der Karte und begann dort wieder eine Siedlung zu bauen. Das macht er öfter, und es ist stressig, weil es definitiv nur eine Frage der Zeit ist, bis er dort gefunden wird und wieder überrannt wird. Allerdings neigt er dann dazu, sich eine andere Ecke zu suchen, und dann kann es echt dauern.

Also sage ich, da ich gerne noch eins gespielt hätte, zu ihm: “Sag mal, willst du nicht aufgeben, dann machen wir noch eins zu dritt.”

Meint der Kerl doch, er hätte noch Arbeiter und das Spiel wäre noch lange nicht entschieden.

Sage ich sinngemäß: “Dein Gegner hat auch noch Arbeiter, und zwar doppelt so viele, außerdem hat er noch alle seine Häuser und dazu kommt noch seine riesige Armee.”

Darauf folgte dann die gereizte Entgegnung, er hätte noch lange nicht verloren, aber er würde mir zuliebe aufgeben, damit wir noch eines machen können.

Das nächste Spiel verlief dann in einer seltsamen, stillen Atmosphäre, und der abschließende Aufenthalt in der Küche, wo wir noch eine rauchten, ebenfalls.

Wir waren beide ganz schön beleidigt, aber so sind echte Männer nun mal, wenn sie nicht Recht behalten.

Das wars auch schon, denkt mal drüber nach.