So muss ein Sofa sein.
Verehrte Leserschaft, liebe Freunde des schlechten Geschmacks, Genossen!
Zunächst einmal: Nach harscher Kritik schreibt Radulf schreibe ich heute konsequent in der ersten Person Singular. Nur heute! Nur dieses Mal! Vielleicht!
Außerdem muss ich betrübliche Neuigkeiten für die Freunde meiner Reihe “Bücher, die Gottseidank nie geschrieben wurden” kundgeben. Ich habe einige Texte geschrieben. Gottseidank habe ich sie nicht veröffentlicht. Sie waren grottig. Oder mittelmäßig. Jedenfalls war ich nicht zufrieden. Das bedeutet erstmal wieder andere Themen.
Zum Beispiel die “Modernisierung unseres Mietshauses, die besser nicht stattfinden würde”. Wir leben derzeit in katatonischer Starre auf nächsten Dienstag hin. Da kommen die Fenstermacher und Heizungsbauer.
Bis dahin müssen wir ca. 50% unserer Wände freigeräumt haben. Und unser Bett aus dem Weg gebracht haben.
Bei uns ist echt Kacke grad. Kartons und Möbel allerorten, außerdem Gerüste vor den Fenstern, Baustaub, Lärm und dazu zwei frisch kastrierte Hasen, die keinem Stress ausgesetzt werden sollen.
Und wie isses bei Euch?
Vielleicht habt ihr ja auch Probleme? Sorgen? Nöte? Geld zu verschenken?
Lasst es mich ruhig wissen. Vor allem letzteres.
Euer ergebener
Radulf Rumpel
Verehrte Leserschaft!
Vögel tilirieren Jubellieder von den Bäumen, die ersten Knospen spriessen zaghaft und milder Sonnenschein beglänzt die Dächer und Straßen.
Dazu will dieses Bild von unserem Balkon so gar nicht passen. Siechende Pflanzen vom letzten Jahr, traurig lassen sie ihre Köpfe hängen, der Winter war zu hart, zu lang und wahrscheinlich auch ein wenig zu trocken.

Höchste Zeit für Radulf und Huldine, die Ärmsten mit etwas hochtoxischem Farbspray wieder auf Vordermann zu bringen.
Et voila: Sie erstrahlen in neuem Glanz, stolz recken sie die bunten Blätter wieder der erstarkenden Sonne entgegen, freudig wiegen sie sich im lauen Lenzenwind.

Unsere Badezimmerlampe hat gestern endgültig den Geist aufgegeben. Also habe ich ein wenig herumgewerkelt.
Et voila!

Nach massiven Protesten von Huldines Seite sind wir zur Teppichdomäne geeiert und haben dort so nen Teil gekauft. Heute dann wieder gewerkelt.
Sieht jetzt nicht mehr so avantgardistisch aus, wird aber vorerst gehen.

Man kann mich übrigens für Heimwerkerarbeiten aller Arten buchen. Verlange 80,- Euro die Stunde zzgl. MwSt.
Kontakt wie immer über chef@radulf-rumpel.de
Heute möchte ich meiner geneigten Leserschaft den Obba vorstellen.
Mein Kommunionskreuz auf dem Bild ist absolut notwendig, um die finstere Aura des Obbas zu bändigen.

Der Obba ist nämlich ein Schamanenstab aus Borneo. Vor etwa 16 Jahren, als der Radulf am Ende einer längeren Seereise an einem einsamen Strand strandete, wurde der Radulf von einem Stamm wilder Kannibalen gefangen genommen.
Die Kannibalen waren ganz außer sich vor Freude und tanzten Boogie-Woogie um ihr Zeremonienfeuer. Sie tanzten acht Stunden am Stück, weil das alte Grammofon, das sie (zusammen mit einer Boogie-Woogie-Schallplatte) von ihrem letzten Opfer erbeutet hatten, mit der Hand bedient werden musste und sie die richtige Geschwindigkeit noch nicht rausgefunden hatten. Sie tanzten also etwa mit zwölf Prozent der üblichen Boogie-Woogie-Geschwindigkeit.
Sah echt merkwürdig aus. Jedenfalls waren sie am Ende des achtstündigen Tanzes alle völlig erschöpft und schliefen ein.
Nur der Schamane, ein kleiner Mann mit stechendem Blick und spitzgefeilten Zähnen, der einen großen Stab in der Hand hielt, blieb wach. Er hatte nicht getanzt, das wäre unter seiner Würde gewesen. So ging er also in seine Hütte und holte ein Brecheisen und einen Löffel. Die Kannibalen von Borneo essen nämlich zuerst das Gehirn. Mit einem Brecheisen öffnen sie den Schädel des Opfers und löffeln dann das Gehirn raus. Erst danach wird das Essen gekocht. Dazu nehmen sie dann schon Messer und Gabel, sie sind also nicht gänzlich unzivilisiert.
Doch zurück zur Geschichte: Radulf, gefesselt. Der Schamane, mit seinem Besteck bewaffnet und hungrig. Habe ich schon seinen stechenden Blick erwähnt? Und die spitzgefeilten Zähne?
Und das Entsetzliche geschieht. Der Schamane bricht Radulfs Schädel auf! Doch was ein Glück! Denn durch einen unglaublichen Zufall fällt dem Radulf ein scharfkantiger Splitter seines Schädels in die hinter seinem Rücken gefesselten Hände. Radulf fängt also wie irre an den Fesseln zu sägen und zu schaben an. Und wieder hat Radulf Glück. Denn nach einem ersten Löffel stutzt der Schamane. Er geht nochmal in seine Hütte. Radulf sägt, schabt, zerrt an den Fesseln. Der Schamane kommt zurück, mit Salz- und Pfefferstreuer sowie etwas Majoran.
Radulf schwitzt nun, er keucht, seine Hände zittern. Der Schamane streut etwas Salz auf Radulfs Gehirn. Radulf stöhnt vor Schmerz. Der Schamane gibt eine Prise Pfeffer hinzu. Und da passiert es. Radulf schreit vor Schmerz, bäumt sich auf, und die angesägten Fesseln reißen endgültig. Der Radulf tobt und packt den Stab des Menschenfressers, den dieser beim Essen beiseitegelegt hatte. Er haut seinem Peiniger das Ding auf den Ölles, dass es kracht. Der Schamane bricht zusammen!
Dann sammelte Radulf rasch seine Schädelsplitter wieder auf und rannte, wie er noch nie zuvor gerannt war. Er lief direkt zum nächsten Flughafen und nahm gleich die erstbeste Maschine nach Frankfurt.
Dort ließ er erstmal seinen Schädel wieder flicken. Auf die Narkose verzichtete er, auf das bisschen Qual kam es dann auch nicht mehr an. Die Operation glückte, es gab nicht mal eine Narbe.
Ja, so war das. Und wenn ihr mir die Geschichte nicht glaubt, dann schaut euch nochmal das Bild an. Der Stab gehört jetzt mir, und das ist der Beweis. Denkt mal drüber nach!
Grüßgott miteinander.
Der folgende Beitrag ist der erste Teil meiner Reihe Schöner Wohnen mit Radulf. In dieser Reihe möchte ich meiner geneigten Leserschaft Wege aufzeigen, die eigenen vier Wände geschmackvoll und mit Stil einzurichten und zu dekorieren. Wie man anhand unserer eigenen Inneneinrichtung sehen wird, kann man dabei durchaus auf Artefakte verschiedenster Epochen und Kulturkreise zurückgreifen, ohne dass der Eindruck entsteht, man stelle seinen Nippes wahl- oder geschmacklos zusammen.
Ich möchte mit den beiden lieblichen Kunstharzfiguren beginnen, die unser nicht empfangsbereites Fernsehgerät schmücken. An dieser Stelle übrigens liebe Grüße an die GEZ. Nein, danke, wir schauen auf dem Ding nur DVDs und haben auch in Zukunft weder an der Hitparade der Volksmusik noch am Silvesterstadl Interesse.

Zurück zum Thema. Dieses entzückende Paar mit dem grimmig dreinblickenden Sohnemann haben wir vor zwei Jahren für 4,50 Euro auf dem Flohmarkt gekauft. Die Vorbesitzer hatten die Figuren in Ungarn oder so erworben, sich aber aus Platzgründen schweren Herzens dazu durchgerungen, die guten Stücke wieder zu verscherbeln.
Was die weitere Vorgeschichte angeht, so bin ich leider nicht Kulturhistoriker genung, um darüber Mutmaßungen anzustellen.
Den Stein haben wir irgendwo gefunden und dazu gelegt, um ein Steinzeit-Diorama zu erschaffen. Der Staub auf dem Fernseher ist ebenfalls Teil des Dioramas und keineswegs ein Zeichen von Nachlässigkeit.