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Ibiza 2010

Freitag, 18. Juni 2010

Verehrte Leserschaft!

Radulf berichtet euch heute aus den Eingeweiden des Pauschaltourismus.

Sonntag nachmittag kamen wir an. Wurden zum Hotel Els Pins gekarrt. Unsere hochgesteckten Erwartungen verhießen schöne, junge, sonnengebräunte Menschen, die aus großen Badewannen Sangria trinken und zu heißen Rythmen ebensolche Hüften schwingen.

Dann kamen wir in die Lobby. Langsam umherschlurfende Gäste im besten Rentenalter, weit und breit keine Sangriabadewannen in Sicht, die heißen Rythmen beschränkten sich auf eine Dauerschleife von “I did it my way.”

Der hoteleigene Strand bestand aus einer idyllischen Betonmole. Hier ist er, aus zwei verschiedenen Perspektiven, damit ihr die Schönheit, den Glanz, den Zauber Ibizas würdigen könnt.

Strand1

Strand2

Und dann die weltberühmte spanische Küche! Wir hatten naiverweise Halbpension gebucht und zogen es dann sturerweise durch, abends mit der Pauschalhorde am Hotelbuffett zu speisen. Im Ernst: Sogar der Saft aus der Saftmaschine schmeckte beschissen.
Radulf hat sich eigentlich nur von Brot, Oliven und Rindfleisch ernährt, das waren die kleinsten Übel. Huldine hielt sich meistenteils an vergammelten Fisch und die Matschpaella.

Buffett

Der absolute Höhepunkt waren unsere Frühstückseier am Montag. Für diejenigen, die die teils brachialen Methoden meiner Bildbearbeiterin Huldine kennen: Es ist echt. Die sahen wirklich so aus.

Die schwarzen Eier

Auch dank des etwa halbstündigen Lachanfalls angesichts dieser Eier sahen wir die ganze Sache dann übrigens mit Humor. Um unsere Stimmung wiederzugeben, folgt hier der Dialog beim Kaffeetrinken irgendwann Montag mittags.

Radulf: Hmm, ich hab noch gar nicht überlegt, was ich heute abend beim Buffett alles in die Mülltonne schmeissen soll.

Huldine: Also ich werfe etwas Paella weg, dazu ein wenig von dem Milchreis.

Radulf: Oh ja, das klingt doch gut. Lass uns dann auch was von dem milden Weißwein und dem feurigen Roten wegschütten!

undsoweiterundsofort….

Zu den Eiern gibt es auch die bizarrste Anekdote dieses Urlaubs. Am Montag abend sassen wir in einem Biergarten und unterhielten uns mit dem Inhaber, einem Österreicher, und seinen dicken Freunden. Auf deutsch. Zeigten Ihnen das Eierfoto, reden unser Hotel schlecht.

Plötzlich keift vom Nebentisch lauthals die Gute-Laune-Petra rüber, die wir übrigens bis dahin nicht kannten:
“Was redet ihr da schlecht vom Els Pins, da wohnen wir!”
Radulf geht rüber zu ihr und ihrem Gatten, zeigt den beiden das Foto und fragt:
“Haben Sie heute Morgen Eier gegessen?”
Der Mann: “Ja, schon.”
Radulf: “Und, waren die gelb?”
Der Mann: “Naja, die waren schon dunkel, aber eher so grünlich.”
Radulf hat dann die Schultern gezuckt und ist an seinen Platz zurück, statt zu fragen, warum man bei grünen Eiern so vehement sein Hotel verteidigen muss.

Am Dienstag gingen wir dann in die Hotel-Disco. Es war ganz ganz groß! Zuerst bestellte Radulf in perfektem Spanisch Getränke:

Dos Cuba Libre con mucho Ron por favor. Olé!

Damit hatten wir den Barkeeper, einen stolzen Spanier, für uns eingenommen. Die Cubas waren mörderisch. Sieben Teile Rum, ein Teil Cola oder so. Zusammen mit Stephan aus Hamburg rockten wir das Haus.

Disko im Hotel

Wir heizten die Stimmung derart auf, dass wir lange Zeit auf einen Miss-Wet-Stützstrumpf-Wettbewerb spekulierten, der aber letzten Endes leider nicht stattfand.

Um zwölf war der Spuk auch schon zu Ende. Schnell noch ins British Pub und ein Pint getrunken. Heim. Gerade im Aufzug angekommen, konnten wir glücklicherweise einen Blick auf ein Prachtexemplar des ibizanischen Wappentiers erhaschen. Hocherfreut sangen wir dann aus voller Brust im Aufzug nach oben die ibizanische Nationalhymne ab.

Noch ein Wort zum Wetter: Es war kacke. Schaut euch diesen Himmel an.

Reggae Beach

Hier noch Bild einer glücklichen Huldine im Pub.

Huldine im Glück

Tja, das war Ibiza. Wir kommen wieder. Aber nicht mit Air Berlin.

Sondern Huldine als moderne und emanzipierte Frau am Steuer eines Tornado-Kampfjets. Radulf – ganz traditionsbewusster Militärhistoriker – wird einen Ju 87  Sturzkampfbomber fliegen. Und dann legen wir das Hotel Els Pins in Schutt und Asche. In der berechtigten Hoffnung, Gute-Laune-Petra zu erwischen, wie sie gerade am Frühstücksbuffett mit Hochgenuss ihre zwar dunklen, aber eben doch nur grünen Eier verspeist.

Euer ergebener

Radulf Rumpel