Mit ‘Fiktives’ getaggte Artikel

Tatü Tata

Sonntag, 13. September 2009

Heute war ein schöner Tag. Ich durfte das erste Mal mit dem Feuerwehrauto fahren. Hier mache ich mich gerade fertig zum Einsteigen.

Feuerwehrauto

Ich will Feuerwehrmann werden!

Mittwoch, 09. September 2009

Verehrte Leserschaft!

Radulf hat ja nun schon eine Weile nichts mehr von sich hören lassen. Wie immer hatte er seine guten Gründe. Radulf hat nämlich ein Praktikum angefangen. Und zwar bei der freiwilligen Feuerwehr Rumpelhausen. Die letzten Tage habe ich damit verbracht, mich eingehend auf diese Herausforderung vorzubereiten. Natürlich lernte ich das Standardwerk “Der Goldene Helm” von Kernmayr (1. Auflage 1956) auswendig. Außerdem hörte ich sehr viel Martinshornmusik, um mich an den Lärm zu gewöhnen.

Heute war mein erster Arbeitstag. Frau L. hatte mir ja den Helm zur Verfügung gestellt und das Versprechen abgenommen, gleich nach meiner Premiere als Feuerwehrmann Bericht zu erstatten.

Nun, es war ein harter, aber schöner Tag. Gleich morgens musste ich eine Oma aus einem Baum befreien. Die Ärmste war hinaufgeklettert und kam alleine nicht wieder runter.
Danach kam ein Notruf wegen eines Hornissennests. Radulf quarzte eine ganze Stange Zigaretten, bis die Drecksbiester endlich ausgeräuchert waren. Das geht schon ein wenig auf die Lunge.
Nachmittags flogen wir nach Kalifornien, um dort bei der Bekämpfung der Waldbrände zu helfen. Wir schufteten wie die Irren und löschten, was die Hydranten hergaben. Als wir abends völlig fertig und müde waren, kam der Schwarzenegger und bedankte sich persönlich bei uns. Er hielt eine lange Rede, die er mit den Worten beschloß: “Hasta fuego, baby!”.

Dann flogen wir wieder zurück nach Rumpelhausen. Morgen wird bestimmt auch ganz aufregend. Ich freue mich schon. Ach ja, ein Bild von mir gibt es natürlich auch.

Feuerwehrmann

Also, denkt dran: Wenn es bei euch mal brennt oder so, schickt mir einfach eine Mail, und ich komme so schnell ich kann. Denn seit heute bin ich auch für solche Sachen qualifiziert.

Euer ergebener

Radulf Rumpel

Ahnenforschung

Donnerstag, 18. Juni 2009

Sehr verehrte Leserschaft!

Viele von euch fragen sich vielleicht ab und zu: “Was ist das für einer, der Radulf? Was treibt ihn zu seinen sportlichen Höchstleistungen, wie kommt er zu diesem unglaublichen Gerechtigkeitssinn und wieso, zum Henker, hält er sich ein Chamäleon?

Nun, diese Fragen und viele andere stelle ich mir regelmäßig selber. Woher komme ich? Wo gehe ich hin? Wieso esse ich nach 17.00 Uhr so viele Kohlenhydrate?

Um wenigstens einige dieser Fragen zu beantworten, betreibe ich seit kurzem Ahnenforschung. Ich schleiche durch Archive und Standesämter, pirsche durch muffige Gewölbe, studiere Stammbäume und alte Heirats- und Geburtsurkunden, korrespondiere mit Experten aus aller Welt.
Außerdem schneide ich wildfremden und willkürlich gewählten Menschen ihre Haare ab und überprüfe diese mittels meines Chemiebaukastens auf genetische Übereinstimmungen.

Ich machte einige wirklich erstaunliche Entdeckungen. So erfuhr ich beispielsweise, dass ich mütterlicherseits von derjenigen Amöbe abstamme, die als allererste die Ursuppe verlassen hat. Es handelte sich übrigens um einen Amöbenmann, der seinen Amöbenkumpel mit dessen Amöbenfrau betrogen hatte und dabei erwischt wurde. Also musste er ganz schnell weg, sonst hätte er Dresche bezogen.

Ich will meine treuen Leser aber nicht mit weiteren abstammungswissenschaftlichen Sensationen langweilen und komme mal auf den Punkt.

Radulf Rumpel – das bin ich! – ist direkter Nachfahre des Barons von Münchhausen!

Das erfuhr ich tief gebeugt über ein verschimmeltes Dokument in Riga. Ich war entsetzt. Verzweifelt. Zornig. Heiße Tränen rannen meine Wangen hinunter, schluchzend zerriss ich die gammelige Urkunde.

Was würde die Welt von mir denken? Was würden meine treuen Leser von mir halten?

Ich sah vor meinem inneren Auge schon den Aufmacher der Bild-Zeitung:

“Radulf Rumpel stammt vom Lügenbaron ab!
Können wir ihm noch glauben?”

Drei Tage lang weinte ich und trauerte um meinen guten Ruf, den ich für immer verloren glaubte. Doch dann riss ich mich zusammen. Ich fuhr zum Baumarkt und baute mir schnell eine Zeitmaschine.

Ich wollte die Wahrheit über meinen Urahnen erfahren. Und so reiste ich in der Zeit zurück, zu genau den Momenten, in denen er all seine haarsträubenden Abenteuer erlebte.

Ihr werdet es kaum glauben, aber der Lügenbaron wird zu Unrecht so genannt. Keine einzige seiner Geschichten ist gelogen. Ich war dabei. Leider hatte ich meine Digitalkamera nicht dabei, um das Ganze durch Bilder und Filme zu beweisen. Aber danach bin ich zu einem Hypnotiseur gegangen, und der hat mich hypnotisiert und alles mitgeschrieben, was ich während der Sitzung erzählt habe.
Er hat mir das Ganze zertifiziert, das wird bestimmt auch den skeptischeren Gemütern unter euch als vollwertiger Beweis genügen:

0618-wahrheit

Ihr könnt also weiterhin sicher sein und bleiben, dass es hier die Wahrheit gibt. Nichts als die Wahrheit. So wahr mir mein Vorfahr helfe. Gott sei seiner Seele gnädig und ruhe er in Frieden.

In diesem Sinne verbleibe ich Euer ergebener

Radulf, Baron von Rumpelhausen

Späte Gerechtigkeit

Mittwoch, 04. März 2009

Grüßgott!

Viele meiner Bewunderer haben sich vermutlich gefragt, warum mein Blog die letzten Tage öde, leer und verwaist war. Nun, ich hatte viel zu tun. Unglaublich viel zu tun. Denn ich hatte einen Plan.

Einen unglaublichen Plan.

Um diesen in die Tat umzusetzen, musste ich auf meine alten Tage nämlich innerhalb unglaublich kurzer Zeit zwei unglaublich schwierige Studiengänge meistern: Jura und Biomedizin.

Nach einigen unglaublich anstrengenden Tagen, in denen ich unglaublich viel gelesen und auswendig gelernt habe, bestand ich trotz meiner unglaublichen Prüfungsangst die Examen. Dann habe ich noch schnell in beiden Fächern promoviert, um auf Nummer sicher zu gehen.
Währenddessen belegte ich einen Abendcrashkurs in der Volkshochschule: “Geheimagent in 3 Tagen.” Auch diesen meisterte ich mit Bravour. Ich darf mich nun 00Rumpel nennen.

Viele meiner Bewunderer werden sich vielleicht fragen, warum ich mir den ganzen Stress angetan habe. Ich werde es euch erzählen. Aber der Reihe nach.

Zuerst einmal drang ich mit meinen neuen Agentenkräften in das Geheimarchiv des KGB ein. Das war echt anstrengend. Ich erspare euch die Schilderung all der Gefahren und Mühen, die ich auf mich nahm. Letzten Endes kam ich nur in die geheimste aller Archivkammern, weil ich die (extrem gutgebaute) Oberarchivarin verführte. Das war eigentlich das schwierigste an der ganzen Geschichte. Ich hatte vergessen, Russisch zu lernen, also musste ich ihr mittels eines alten Kultursprachführers Komplimente machen. Die Komplimente fielen relativ trocken aus und bezogen sich meist auf Architektur. Doch letzten Endes kriegte ich sie rum und erlangte, was ich gesucht hatte:
Es war ein gebrauchtes Taschentuch, mit dem Schnodder des Führers selbst darin. Die Russen hatten das Ding gegen Ende des Krieges erbeutet und weggeschlossen.

Und mit diesem Schnodder und meinen neuen biomedizinischen Fähigkeiten machte ich mich daran, einen Klon zu erschaffen.

Ohh, ich weiß, was sich manche nun denken.

Aber hört, Freunde! Ich tat dies in der lautersten Absicht überhaupt! Denn wozu hatte ich Jura studiert? Ahhh. Genau.

Um ihm endlich den Prozeß zu machen! Und ich ließ wahrlich Vorsicht walten. Der Klon befand und befindet sich noch in einem präembryonalen Stadium und in einer Nährlösung, die jedes weitere Wachstum ausschließt. Denn jeder weiß, wie gefährlich der Typ ist. Damit auch gar nichts schief gehen kann, passt Wachtmeister Rumpel 24h am Tag auf das Döschen auf, in dem sich der geklonte Führer befindet. Sein treuer Polizeihund ist ebenfalls rund um die Uhr in Bereitschaft.

Wachmeister Rumpel auf der Hut

Vorgestern war es dann soweit. Der Prozeß begann. Um Geheimhaltung zu gewährleisten, übernahm ich selbst gleichzeitig die Rollen des Staatsanwalts, des Richters und des Pflichverteidigers. Dazu ließ ich mich von einem Tiefenhypnosespezialisten behandeln, um meine Persönlichkeit für die Dauer des Prozesses zu spalten.

Die Anklageschrift umfasste 13.765 Seiten. Allein die Verlesung der Anklagepunkte dauerte 13 Stunden. Da ich drei Rollen zu spielen hatte und sowohl Verteidiger als auch Staatsanwalt und Richter wach bleiben mussten, trank ich 23 Liter Kaffee und rauchte 7 Stangen Zigaretten.

Gelegentlich kam ich etwas ins Schwitzen. Wenn man gleichzeitig als Staatsanwalt ein Plädoyer hält, als Verteidiger Einspruch erhebt und als Richter diesem stattgibt oder ihn ablehnt, hat man ganz gut zu tun.

Aber nun ist es vollbracht. Nach zwei Verhandlungstagen ist das Urteil gefällt. Der Staatsanwalt beantragte 7549 mal lebenslänglich mit anschließender Sicherheitsverwahrung. Die Haftstrafe wäre in präembryonalem Zustand in meinem Gefrierfach abzusitzen.

Der Verteidiger plädierte auf mildernde Umstände wegen Unzurechnungsfähigkeit und sprach sich für eine Haftstrafe von 7386 mal lebenslänglich mit anschließender Sicherheitsverwahrung aus.

Der Richter hat sich entschieden.


Richter Rumpel in Sachen A.H. from Radulf Rumpel on Vimeo.

Kapitel 2: Thor kriegt einen Anruf

Sonntag, 08. Februar 2009

Hier gehts zu Kapitel 1.

Thor, Gott des Donners und Bezwinger der Riesen, saß gerade vor seinem Rechner und schlug sich gemeinsam mit Ares mit einer Horde Nagas herum, als seine Türglocke erklang. Er drückte hektisch ein paar mal die Maustasten, hämmerte mit seinen Wurstfingern auf der Tastatur herum und erschlug noch zwei Gegner, bevor er aufstand und den Summer betätigte.
Es dauerte eine Weile, bis er das nötige Geld aus seinen Hosentaschen herausfischte, und noch etwas länger, bis Thor, der nicht der Allerhellste war, es abgezählt hatte, doch als der Pizzabote schließlich die sieben Stockwerke mittels des alten, langsamen Aufzugs bewältigt hatte, konnte Thor ihm missmutig das Geld geben, ihm die Pizza aus den Händen reißen und diese durch das Durcheinander seiner Ein-Zimmer-Wohnung zurück an den Rechner balancieren. Er riss mit der Linken den Karton auf, nahm ein Stück heraus und stopfte es sich in den Mund, während er mit der Rechten schon wieder Maustasten klickte.
Aber in der Zeit, die er für das Entgegennehmen der Pizza benötigt hatte, war Thors Lebensbalken bedenklich geschrumpft, und so geschah es, dass Thor, Gott des Donners und Bezwinger der Riesen, starb. Natürlich nicht wirklich, und eigentlich auch nicht Thor, sondern Thor2.
Unter diesem, zweifelsfrei nicht besonders originellem Pseudonym trat Thor im bekannten und beliebten Online-Rollenspiel World of Warcraft auf.
Irgendein Idiot hatte sich auf sämtlichen Servern den Namen Thor gesichert, und so kam es, dass er diese dämliche Zahl 2 an seinen Namen hängen musste, während Ares, dieser arrogante Wichtigtuer, unter seinem echten Namen kämpfen konnte. Immer wieder schaute der wahre Thor nach, ob der falsche Thor gerade online war, und wenn dies der Fall war, pflegte der echte Thor den unechten mit orthographisch fragwürdigen Beleidigungen, Drohungen und Schmähungen zu traktieren.
Jedenfalls grunzte Thor, als Thor2 starb, biss ein großes Stück von seiner Pizza ab und trank einen Schluck lauwarme, abgestandene Cola aus der Flasche, die neben der Tastatur stand.
Dieser verfluchte Ares! Schon wieder kassierte er alle Erfahrungspunkte und die ganze Beute.
Mit einem Mausklick ließ er seine Figur, einen mit einem gewaltigen Hammer bewaffneten Krieger, von den Toten auferstehen und machte sich auf den Weg vom Friedhof zurück zum Schlachtfeld.
Am nächsten Morgen weckte das Telefon einen schnarchenden Donnergott. Fluchend stand dieser auf, stolperte über den Beistelltisch, nahm den Beistelltisch mit einer muskelbepackten Hand hoch, warf den Beistelltisch gegen die Wand, ging weiter zum schrillenden Telefon und nahm ab.
“Ja?”
Eine weibliche, überhebliche Stimme: “Guten Morgen, mein Name ist Diesterweg, von der Agentur für Arbeit Würzburg. Spreche ich mit Thor Hammer?”
Scheisse. Diese nervige Tussi schon wieder. Er warf einen Blick auf die Uhr. Es war kurz nach 11.00. Konnte die ihn nicht einfach in Ruhe lassen?
“Ja, das bin ich. Sie kennen doch meine Stimme. Außerdem hab ich die Unterlagen vorgestern zur Post gebracht, Sie müssten jetzt endlich alles haben, was sie brauchen.”, murrte Thor. “Darum geht es nicht. Sie hatten vor einer halben Stunde einen Termin. Mit mir, in meinem Büro. Ich hatte ihnen die Einladung zu diesem Termin vor drei Wochen zukommen lassen. Sie sind nicht zu dem Termin erschienen Haben Sie dafür eine Erklärung?”
Thor überlegte fieberhaft. Das mit Thor und dem Nachdenken ist so eine Sache, und so verwundert es nicht, dass dabei auch nicht wirklich etwas herauskam.
“Ich habe verschlafen.”, grunzte er nach einer Weile.
“Nun,” sagte Frau Diesterweg, “das genügt nicht wirklich als Entschuldigung. Vor allem, weil es nicht das erste Mal ist, dass Sie Termine nicht einhalten. Ich muss ihnen leider mitteilen, dass sämtliche Leistungen, die Sie von der Agentur für Arbeit beziehen, bis auf weiteres eingestellt werden. Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag. Auf Wiederhören.” Sie legte auf.
Abgesehen davon, dass sich Thor in den alten Zeiten nie und nimmer mit Tussis von der Agentur für Arbeit hätte herumschlagen müssen, hätte Thor in den alten Zeiten nun geflucht und zornentbrannt gebrüllt, sich seinen Hammer gegriffen, wäre in seinen von zwei Ziegenböcken gezogenen Himmelswagen gestiegen und Blitze schleudernd und donnergrollend zur Agentur für Arbeit gefahren. Dort hätte er auf dem Weg zu Frau Diesterwegs Büro drei bis vier Blutbäder veranstaltet und Sachschaden in mindestens fünfstelliger Höhe angerichtet, dann Frau Diesterwegs Büro in Schutt und Asche gelegt und anschließend Frau Diesterweg mit einem gezielten Hammerschlag ins Gesicht hinweggemetzelt.
Aber die alten Zeiten waren schon lange vorbei, und Thor, Gott des Donners und Bezwinger der Riesen, war nur noch ein Schatten seiner selbst und hochgradig abgestumpft durch seine Spielsucht. Außerdem war er mehrfach wegen gefährlicher Körperverletzung vorbestraft, und Odin hatte ihm verboten, gegen seine Bewährungsauflagen zu verstoßen. Und mit Odin wollte sich Thor lieber nicht anlegen.
Also schnaubte und fluchte er, randalierte ein wenig in seiner Ein-Zimmer-Wohnung, warf einen Stuhl gegen die Wand und zerdepperte Geschirr, grunzte und stampfte ab und an mit Fuß auf. Aber nur einige Minuten, und eigentlich nur, um in Form zu bleiben.
Dann setzte er sich an den Rechner und startete World of Warcraft.

Zweifacher Weltrekord!

Donnerstag, 05. Februar 2009

Grüßgott.

Viele treue Leser haben sich vielleicht gefragt, warum ich nun schon so lange (3 Tage!) keinen Beitrag mehr verfasst habe. Nun, es verhält sich folgendermaßen:

Die Huldine war eifersüchtig auf mich. Weil ich 37 mal im Guinness-Buch der Rekorde stehe (natürlich inkongnito) und sie kein einziges mal. Also haben wir gemeinsam überlegt und beschlossen, den Kilimandscharo zu bezwingen. Dann würde Huldine nämlich den Rekord für die Erstbesteigung mit gebrochenem Schlüsselbein erringen.

Wir übten also erstmal zwei Tage lang, denn ohne die richtige Vorbereitung sollte man so eine Sache nicht in Angriff nehmen. Vorvorgestern stiegen wir ein paar mal die Treppen hoch und runter (wir wohnen im 3. Stock), und vorgestern erkletterten wir dann dreimal freihändig die Eiger Nordwand.

Außerdem ernährten wir uns sehr gesund und schränkten das Rauchen und den Alkohol ein wenig ein.

Gestern war dann der große Tag. Wir flogen ab Frankfurt und kamen mittags am Kilimandscharo an. Um Geist und Seele zu entspannen, nahmen wir noch an einer Safari teil.

Aber dann rief der Berg. Wir hatten Steigeisen dabei und Seile, Bergschuhe und Schutzhelme, Sauerstoffgeräte und, als wichtigste Utensilien, einige Pausenbrote und eine 5-Liter-Flasche Champagner. Der Aufstieg verlangte uns alles ab. Wir schwitzten und keuchten, die Luft wurde immer dünner, der Berg steiler (wir hatten uns für die schwierige Route entschieden). Unsere Beine erlahmten, unsere Hände zitterten. Unsere Kräfte schwanden. Die Pausenbrote waren alle.

Doch da! Der Gipfel. Nur noch wenige Meter. Dort stand auch schon das Empfangskomitee, bestehend aus Reinhold Messner und einem Beauftragten des Guinness-Buchs der Rekorde. Wir gaben nochmal alles und erreichten um 16.43 den Gipfel. Vor lauter Erschöpfung  stürzten wir sofort den Champagner hinunter.

Dann gab es eine kleine Zeremonie. Reinhold hielt eine ergreifende Rede und der Guinness-Beauftragte überreichte der Huldine den goldenen Rekordkranz in Blau.

Für die Erstbesteigung des Kilimandscharo mit gebrochenem Schlüsselbein.

Zu unserer großen Freude hatten wir gleich noch einen Rekord gebrochen:

Die Besteigung des Kilimandscharo mit den unangebrachtesten Sauerstoffgeräten.


0205-kilimandscharo

Ja, so war das. Das Kreuz auf dem Foto ist übrigens mitnichten mein Kommunionskreuz, sondern das Gipfelkreuz.

Und wer mir die Geschichte nicht glaubt, ist selber schuld. Denkt mal drüber nach.

Die Geschichte vom Obba

Dienstag, 13. Januar 2009

Heute möchte ich meiner geneigten Leserschaft den Obba vorstellen.

Mein Kommunionskreuz auf dem Bild ist absolut notwendig, um die finstere Aura des Obbas zu bändigen.


01-13-obba

Der Obba ist nämlich ein Schamanenstab aus Borneo. Vor etwa 16 Jahren, als der Radulf am Ende einer längeren Seereise an einem einsamen Strand strandete, wurde der Radulf von einem Stamm wilder Kannibalen gefangen genommen.

Die Kannibalen waren ganz außer sich vor Freude und tanzten Boogie-Woogie um ihr Zeremonienfeuer. Sie tanzten acht Stunden am Stück, weil das alte Grammofon, das sie (zusammen mit einer Boogie-Woogie-Schallplatte) von ihrem letzten Opfer erbeutet hatten, mit der Hand bedient werden musste und sie die richtige Geschwindigkeit noch nicht rausgefunden hatten. Sie tanzten also etwa mit zwölf Prozent der üblichen Boogie-Woogie-Geschwindigkeit.

Sah echt merkwürdig aus. Jedenfalls waren sie am Ende des achtstündigen Tanzes alle völlig erschöpft und schliefen ein.

Nur der Schamane, ein kleiner Mann mit stechendem Blick und spitzgefeilten Zähnen, der einen großen Stab in der Hand hielt, blieb wach. Er hatte nicht getanzt, das wäre unter seiner Würde gewesen. So ging er also in seine Hütte und holte ein Brecheisen und einen Löffel. Die Kannibalen von Borneo essen nämlich zuerst das Gehirn. Mit einem Brecheisen öffnen sie den Schädel des Opfers und löffeln dann das Gehirn raus. Erst danach wird das Essen gekocht. Dazu nehmen sie dann schon Messer und Gabel, sie sind also nicht gänzlich unzivilisiert.

Doch zurück zur Geschichte: Radulf, gefesselt. Der Schamane, mit seinem Besteck bewaffnet und hungrig. Habe ich schon seinen stechenden Blick erwähnt? Und die spitzgefeilten Zähne?

Und das Entsetzliche geschieht. Der Schamane bricht Radulfs Schädel auf! Doch was ein Glück! Denn durch einen unglaublichen Zufall fällt dem Radulf ein scharfkantiger Splitter seines Schädels in die hinter seinem Rücken gefesselten Hände. Radulf fängt also wie irre an den Fesseln zu sägen und zu schaben an. Und wieder hat Radulf Glück. Denn nach einem ersten Löffel stutzt der Schamane. Er geht nochmal in seine Hütte. Radulf sägt, schabt, zerrt an den Fesseln. Der Schamane kommt zurück, mit Salz- und Pfefferstreuer sowie etwas Majoran.

Radulf schwitzt nun, er keucht, seine Hände zittern. Der Schamane streut etwas Salz auf Radulfs Gehirn. Radulf stöhnt vor Schmerz. Der Schamane gibt eine Prise Pfeffer hinzu. Und da passiert es. Radulf schreit vor Schmerz, bäumt sich auf, und die angesägten Fesseln reißen endgültig. Der Radulf tobt und packt den Stab des Menschenfressers, den dieser beim Essen beiseitegelegt hatte. Er haut seinem Peiniger das Ding auf den Ölles, dass es kracht. Der Schamane bricht zusammen!

Dann sammelte Radulf rasch seine Schädelsplitter wieder auf und rannte, wie er noch nie zuvor gerannt war. Er lief direkt zum nächsten Flughafen und nahm gleich die erstbeste Maschine nach Frankfurt.

Dort ließ er erstmal seinen Schädel wieder flicken. Auf die Narkose verzichtete er, auf das bisschen Qual kam es dann auch nicht mehr an. Die Operation glückte, es gab nicht mal eine Narbe.

Ja, so war das. Und wenn ihr mir die Geschichte nicht glaubt, dann schaut euch nochmal das Bild an. Der Stab gehört jetzt mir, und das ist der Beweis. Denkt mal drüber nach!