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GUT BESSER ALS BÖSE!

Freitag, 29. Juli 2011

In einem hochdramatischen und packenden Spiel bezwang gestern abend der F.C. GUT das weltweit bekannte Starensemble von REAL BÖSE. Von Seiten REAL BÖSES wurde das Spiel geprägt von zahllosen Nickligkeiten, brutalen Fouls und gravierenden Menschenrechtsverletzungen, was die eigene Anhängerschaft frenetisch mit Randalen, Krieg, Verstümmelung, Bücherverbrennungen und Selbstmordattentaten feierte.

Das Spiel unter der Leitung des völlig überforderten Schiedsrichters Reinhold Beckman begann mit einem Paukenschlag. Bereits in der fünften Minute erzielte der agile Hunnenkönig Attila das 1:0 für REAL BÖSE, nachdem er wie ein Wirbelwind durch die gegnerischen Reihen gestürmt war und dabei John Lennon überrannt und schwer verletzt  hatte. Dieser schied damit früh aus und wurde ersetzt durch Yoko Ono.

Den GUTEN war daraufhin die Verunsicherung deutlich anzumerken, sie zogen sich völlig zurück und überließen das Spiel dem Gegner. Vor allem Reichsmittelfeldmarschall Göring konnte schalten und walten, wie es ihm gefiel.

Dann drei Minuten, die in die Geschichtsbücher eingehen werden. Praktisch aus dem Nichts und völlig unerwartet macht der Weihnachtsmann einen Hatrick (24., 25., und 26. Minute).  Das Spiel ist gedreht. Nach dem Spiel sprudelt er freudestrahlend im Interview: “Ich bin so glücklich. Das war ein Geschenk an alle meine Fans, die auch in schlechten Zeiten immer an mich geglaubt haben.”

Es folgt eine äußerst rüde Phase, häufige Spielunterbrechungen sind die Folge. Pol Pot und Lord Voldemort sehen beide Gelb wegen Meckerns. REAL-Trainer Darth Vader, wie immer ganz in Schwarz, gestikuliert heftig von der Seitenlinie und schnauft wie verrückt.

In der 30. Minute kommt Linksaußen Stalin freistehend zum Schuss. Der schlaksige F.C.-Verteidiger Jesus wirft sich dazwischen und wird förmlich ans Lattenkreuz genagelt. Er stirbt, kann aber nach kurzer Unterbrechung weiterspielen.

Der Rest der ersten Halbzeit steht ganz im Zeichen des BÖSEN rechten Flügelläufers und Spielführers Adolf Hitler. Unermüdlich rackert und kämpft er, schreit seine Mitspieler, die Gegner, den Schiedsrichter, die Zuschauer und die Fernsehkameras an, grätscht, foult und erzielt in der 38. Minute den Anschluss. Bei weiteren guten Möglichkeiten scheitert er jedoch am überragenden Schlussmann Winston Churchill. Wegen eines Tobsuchtsanfalls wird er in der 45. Minute vom Platz gestellt. Ein herber Verlust für die BÖSEN.

Nach dem Seitenwechsel flacht die Partie etwas ab, beide Mannschaften tun wenig und lauern auf Konter. Eine gute Gelegenheit ergibt sich für Jesus, sein Schuss bleibt aber in der Frisur des REAL-Torhüters Kim Jong-il hängen, der wieder eine Ausnahmegenehmigung für seine 36 cm hohen Plateau-Stollenschuhe erhalten hat.

Martin Luther King erhöht in der 63. Minute mit einem Traumtor auf 4:2, scheidet aber in der 68. Minute nach einem groben Foul verletzungsbedingt aus. Für ihn kommt Nelson Mandela, der bis dahin geduldig auf der Bank gesessen hatte.

Nun geht es Schlag auf Schlag.  Pol Pot richtet ein Massaker im gegnerischen Strafraum an und verkürzt auf 3:4 (75.).

Saddam Hussein gleicht mit einem sehenswerten Flugkopfball nach einer scharf geschossenen Ecke von Voldemort aus. (78.)

Iwan der Schreckliche tankt sich gegen drei Gegenspieler durch und schiebt ein zum Führungstreffer. (83.) Hier sah Innenverteidiger Gandhi nicht gut aus und offenbarte wieder einmal seine eklatante Zweikampfschwäche.

In der 89. Minute dann wieder der Ausgleich für den F.C. GUT. Gorbatschow drischt bei einem Freistoß aus halblinker Position den Ball mitten in die Mauer, wo Honecker sich völlig verängstigt wegduckt und damit den Weg freimacht für das 5:5.

Verlängerung.

Beide Mannschaften suchen die Entscheidung und den offenen Schlagabtausch, Elfmeterschiessen will hier keiner. Zahlreiche Großchancen auf beiden Seiten, Jesus vergibt zweimal freistehend, Attila und Göring treffen nur das Aluminium.

Nach einem langen Pass von Gandhi macht Yoko Ono in der 112. Minute mit dem Außenrist das 6:5, doch auch das war noch nicht die Entscheidung. In der 119. Minute trifft Osama bin Laden mit einem fulminanten Schuss aus fast 40 Metern. Unglaublich. Die Zuschauer sind mittlerweile alle aufgestanden, vor lauter Erregung haben sich ein paar Anhänger bin Ladens vor Spielende, also zu früh, in die Luft gesprengt.

Und dann die Erlösung für die GUTEN. Direkt vom Anstoß weg schnappt sich die meist unterschätzte Mutter Teresa den Ball, dribbelt in Richtung des gegnerischen Tors, umspielt einen, zwei, drei, vier Gegenspieler, tunnelt Pol Pot, lässt Stalin aussteigen und haut das Ding von der Strafraumgrenze in die rechte untere Ecke. Kim Jong-il kann nichts machen, der Ball ist im Tor, Reinhold Beckmann schaut auf die Uhr und pfeift ab, das Spiel ist aus, die GUTEN gewinnen 7:6 gegen REAL BÖSE.

Damit steht der F.C. GUT im Finale um die Weltherrschaft gegen den Sieger des zweiten Halbfinales, das bald stattfindet. Dort treffen der haushohe Favorit und Titelverteidiger VORWÄRTS TURBO KAPITALISMUS und die SPVGG SOZIAL SCHWACHE DRITTE WELT aufeinander. Vielleicht berichten wir.

Tatü Tata

Sonntag, 13. September 2009

Heute war ein schöner Tag. Ich durfte das erste Mal mit dem Feuerwehrauto fahren. Hier mache ich mich gerade fertig zum Einsteigen.

Feuerwehrauto

Ich will Feuerwehrmann werden!

Mittwoch, 09. September 2009

Verehrte Leserschaft!

Radulf hat ja nun schon eine Weile nichts mehr von sich hören lassen. Wie immer hatte er seine guten Gründe. Radulf hat nämlich ein Praktikum angefangen. Und zwar bei der freiwilligen Feuerwehr Rumpelhausen. Die letzten Tage habe ich damit verbracht, mich eingehend auf diese Herausforderung vorzubereiten. Natürlich lernte ich das Standardwerk “Der Goldene Helm” von Kernmayr (1. Auflage 1956) auswendig. Außerdem hörte ich sehr viel Martinshornmusik, um mich an den Lärm zu gewöhnen.

Heute war mein erster Arbeitstag. Frau L. hatte mir ja den Helm zur Verfügung gestellt und das Versprechen abgenommen, gleich nach meiner Premiere als Feuerwehrmann Bericht zu erstatten.

Nun, es war ein harter, aber schöner Tag. Gleich morgens musste ich eine Oma aus einem Baum befreien. Die Ärmste war hinaufgeklettert und kam alleine nicht wieder runter.
Danach kam ein Notruf wegen eines Hornissennests. Radulf quarzte eine ganze Stange Zigaretten, bis die Drecksbiester endlich ausgeräuchert waren. Das geht schon ein wenig auf die Lunge.
Nachmittags flogen wir nach Kalifornien, um dort bei der Bekämpfung der Waldbrände zu helfen. Wir schufteten wie die Irren und löschten, was die Hydranten hergaben. Als wir abends völlig fertig und müde waren, kam der Schwarzenegger und bedankte sich persönlich bei uns. Er hielt eine lange Rede, die er mit den Worten beschloß: “Hasta fuego, baby!”.

Dann flogen wir wieder zurück nach Rumpelhausen. Morgen wird bestimmt auch ganz aufregend. Ich freue mich schon. Ach ja, ein Bild von mir gibt es natürlich auch.

Feuerwehrmann

Also, denkt dran: Wenn es bei euch mal brennt oder so, schickt mir einfach eine Mail, und ich komme so schnell ich kann. Denn seit heute bin ich auch für solche Sachen qualifiziert.

Euer ergebener

Radulf Rumpel

Ahnenforschung

Donnerstag, 18. Juni 2009

Sehr verehrte Leserschaft!

Viele von euch fragen sich vielleicht ab und zu: “Was ist das für einer, der Radulf? Was treibt ihn zu seinen sportlichen Höchstleistungen, wie kommt er zu diesem unglaublichen Gerechtigkeitssinn und wieso, zum Henker, hält er sich ein Chamäleon?

Nun, diese Fragen und viele andere stelle ich mir regelmäßig selber. Woher komme ich? Wo gehe ich hin? Wieso esse ich nach 17.00 Uhr so viele Kohlenhydrate?

Um wenigstens einige dieser Fragen zu beantworten, betreibe ich seit kurzem Ahnenforschung. Ich schleiche durch Archive und Standesämter, pirsche durch muffige Gewölbe, studiere Stammbäume und alte Heirats- und Geburtsurkunden, korrespondiere mit Experten aus aller Welt.
Außerdem schneide ich wildfremden und willkürlich gewählten Menschen ihre Haare ab und überprüfe diese mittels meines Chemiebaukastens auf genetische Übereinstimmungen.

Ich machte einige wirklich erstaunliche Entdeckungen. So erfuhr ich beispielsweise, dass ich mütterlicherseits von derjenigen Amöbe abstamme, die als allererste die Ursuppe verlassen hat. Es handelte sich übrigens um einen Amöbenmann, der seinen Amöbenkumpel mit dessen Amöbenfrau betrogen hatte und dabei erwischt wurde. Also musste er ganz schnell weg, sonst hätte er Dresche bezogen.

Ich will meine treuen Leser aber nicht mit weiteren abstammungswissenschaftlichen Sensationen langweilen und komme mal auf den Punkt.

Radulf Rumpel – das bin ich! – ist direkter Nachfahre des Barons von Münchhausen!

Das erfuhr ich tief gebeugt über ein verschimmeltes Dokument in Riga. Ich war entsetzt. Verzweifelt. Zornig. Heiße Tränen rannen meine Wangen hinunter, schluchzend zerriss ich die gammelige Urkunde.

Was würde die Welt von mir denken? Was würden meine treuen Leser von mir halten?

Ich sah vor meinem inneren Auge schon den Aufmacher der Bild-Zeitung:

“Radulf Rumpel stammt vom Lügenbaron ab!
Können wir ihm noch glauben?”

Drei Tage lang weinte ich und trauerte um meinen guten Ruf, den ich für immer verloren glaubte. Doch dann riss ich mich zusammen. Ich fuhr zum Baumarkt und baute mir schnell eine Zeitmaschine.

Ich wollte die Wahrheit über meinen Urahnen erfahren. Und so reiste ich in der Zeit zurück, zu genau den Momenten, in denen er all seine haarsträubenden Abenteuer erlebte.

Ihr werdet es kaum glauben, aber der Lügenbaron wird zu Unrecht so genannt. Keine einzige seiner Geschichten ist gelogen. Ich war dabei. Leider hatte ich meine Digitalkamera nicht dabei, um das Ganze durch Bilder und Filme zu beweisen. Aber danach bin ich zu einem Hypnotiseur gegangen, und der hat mich hypnotisiert und alles mitgeschrieben, was ich während der Sitzung erzählt habe.
Er hat mir das Ganze zertifiziert, das wird bestimmt auch den skeptischeren Gemütern unter euch als vollwertiger Beweis genügen:

0618-wahrheit

Ihr könnt also weiterhin sicher sein und bleiben, dass es hier die Wahrheit gibt. Nichts als die Wahrheit. So wahr mir mein Vorfahr helfe. Gott sei seiner Seele gnädig und ruhe er in Frieden.

In diesem Sinne verbleibe ich Euer ergebener

Radulf, Baron von Rumpelhausen

Späte Gerechtigkeit

Mittwoch, 04. März 2009

Grüßgott!

Viele meiner Bewunderer haben sich vermutlich gefragt, warum mein Blog die letzten Tage öde, leer und verwaist war. Nun, ich hatte viel zu tun. Unglaublich viel zu tun. Denn ich hatte einen Plan.

Einen unglaublichen Plan.

Um diesen in die Tat umzusetzen, musste ich auf meine alten Tage nämlich innerhalb unglaublich kurzer Zeit zwei unglaublich schwierige Studiengänge meistern: Jura und Biomedizin.

Nach einigen unglaublich anstrengenden Tagen, in denen ich unglaublich viel gelesen und auswendig gelernt habe, bestand ich trotz meiner unglaublichen Prüfungsangst die Examen. Dann habe ich noch schnell in beiden Fächern promoviert, um auf Nummer sicher zu gehen.
Währenddessen belegte ich einen Abendcrashkurs in der Volkshochschule: “Geheimagent in 3 Tagen.” Auch diesen meisterte ich mit Bravour. Ich darf mich nun 00Rumpel nennen.

Viele meiner Bewunderer werden sich vielleicht fragen, warum ich mir den ganzen Stress angetan habe. Ich werde es euch erzählen. Aber der Reihe nach.

Zuerst einmal drang ich mit meinen neuen Agentenkräften in das Geheimarchiv des KGB ein. Das war echt anstrengend. Ich erspare euch die Schilderung all der Gefahren und Mühen, die ich auf mich nahm. Letzten Endes kam ich nur in die geheimste aller Archivkammern, weil ich die (extrem gutgebaute) Oberarchivarin verführte. Das war eigentlich das schwierigste an der ganzen Geschichte. Ich hatte vergessen, Russisch zu lernen, also musste ich ihr mittels eines alten Kultursprachführers Komplimente machen. Die Komplimente fielen relativ trocken aus und bezogen sich meist auf Architektur. Doch letzten Endes kriegte ich sie rum und erlangte, was ich gesucht hatte:
Es war ein gebrauchtes Taschentuch, mit dem Schnodder des Führers selbst darin. Die Russen hatten das Ding gegen Ende des Krieges erbeutet und weggeschlossen.

Und mit diesem Schnodder und meinen neuen biomedizinischen Fähigkeiten machte ich mich daran, einen Klon zu erschaffen.

Ohh, ich weiß, was sich manche nun denken.

Aber hört, Freunde! Ich tat dies in der lautersten Absicht überhaupt! Denn wozu hatte ich Jura studiert? Ahhh. Genau.

Um ihm endlich den Prozeß zu machen! Und ich ließ wahrlich Vorsicht walten. Der Klon befand und befindet sich noch in einem präembryonalen Stadium und in einer Nährlösung, die jedes weitere Wachstum ausschließt. Denn jeder weiß, wie gefährlich der Typ ist. Damit auch gar nichts schief gehen kann, passt Wachtmeister Rumpel 24h am Tag auf das Döschen auf, in dem sich der geklonte Führer befindet. Sein treuer Polizeihund ist ebenfalls rund um die Uhr in Bereitschaft.

Wachmeister Rumpel auf der Hut

Vorgestern war es dann soweit. Der Prozeß begann. Um Geheimhaltung zu gewährleisten, übernahm ich selbst gleichzeitig die Rollen des Staatsanwalts, des Richters und des Pflichverteidigers. Dazu ließ ich mich von einem Tiefenhypnosespezialisten behandeln, um meine Persönlichkeit für die Dauer des Prozesses zu spalten.

Die Anklageschrift umfasste 13.765 Seiten. Allein die Verlesung der Anklagepunkte dauerte 13 Stunden. Da ich drei Rollen zu spielen hatte und sowohl Verteidiger als auch Staatsanwalt und Richter wach bleiben mussten, trank ich 23 Liter Kaffee und rauchte 7 Stangen Zigaretten.

Gelegentlich kam ich etwas ins Schwitzen. Wenn man gleichzeitig als Staatsanwalt ein Plädoyer hält, als Verteidiger Einspruch erhebt und als Richter diesem stattgibt oder ihn ablehnt, hat man ganz gut zu tun.

Aber nun ist es vollbracht. Nach zwei Verhandlungstagen ist das Urteil gefällt. Der Staatsanwalt beantragte 7549 mal lebenslänglich mit anschließender Sicherheitsverwahrung. Die Haftstrafe wäre in präembryonalem Zustand in meinem Gefrierfach abzusitzen.

Der Verteidiger plädierte auf mildernde Umstände wegen Unzurechnungsfähigkeit und sprach sich für eine Haftstrafe von 7386 mal lebenslänglich mit anschließender Sicherheitsverwahrung aus.

Der Richter hat sich entschieden.


Richter Rumpel in Sachen A.H. from Radulf Rumpel on Vimeo.