Mit ‘Aussagen’ getaggte Artikel

Was auch gesagt werden sollte

Samstag, 07. April 2012

Sehr geehrte Leserschaft, liebe Welt.

Heute könnte es ein kleines bisschen pathetisch werden.

Aber keine Sorge, es dauert nicht so lange.

Hier war ja nun auch lange Zeit Schweigen.

Es wird Zeit, dass mal wieder was gesagt wird.

Gefahr für den Weltfrieden und so.

Seid doch einfach alle ein wenig netter zueinander.

Wenn man sich so umschaut, reicht vielleicht ein wenig nicht.

Aber es wäre ein Anfang.

Bitte.

Danke.

Radulf Rumpel – der bessere Bundespräsident?

Dienstag, 10. Januar 2012

Anlässlich der völlig überraschenden und auch lediglich von ihm selbst bekanntgegebenen Kandidatur Radulf Rumpels für das Amt des Bundespräsidenten haben wir mit diesem darüber gesprochen.

Pressefuzzi: Herr Rumpel, obwohl die Regierungskoalition weiterhin interne Gespräche über einen geeigneten Nachfolger für das Amt des Bundespräsidenten dementiert und Christian Wullf hartnäckig an seinem Stuhl zu kleben scheint, haben Sie sich selbst kurzerhand zum Kandidaten erklärt. War das nicht ein wenig voreilig?

Rumpel: Diese Posse wird mir langsam unerträglich, und zwar nicht nur von Seiten Wulffs, sondern auch von Seiten der Medien. Es ist widerlich und macht mich krank. Erst gestern früh habe ich beim Lesen der Morgenmeldungen wieder kotzen müssen. Das muss ein Ende haben, und zwar bald.

Pressefuzzi: Das mag sein. Doch selbst wenn der Posten frei würde, was spräche für einen Bundespräsidenten Rumpel in Bellevue?

Rumpel: Zunächst möchte ich klarstellen, dass Bellevue für mich nicht in Frage kommt. Ich habe einen relativ großen Freundes- und Bekanntenkreis, aber bei einem Umzug könnte ich von denen höchstens verlangen, in Würzburg den Sprinter vollzuladen. In Berlin stünde ich dann ziemlich alleine da mit meiner Frau und den ganzen Kartons. Deshalb würde ich den Amtssitz verlegen nach Würzburg, obere Zellerau. Wir haben da eine gemütliche Drei-Zimmer-Wohnung mit Platz für mindestens zwei Staatsgäste auf unserem Sofa. Schloß Bellevue würde abgerissen. Da kommt ein Einkaufscenter hin. Einige gute Bekannte und Freunde haben schon Interesse signalisiert, dieses Bauvorhaben in die Tat umzusetzen.

Pressefuzzi: Sie haben die Frage nicht beantwortet und werfen mit Ihrer Antwort gleich eine neue auf. “Gute Bekannte” und “Freunde” stehen im Zentrum der Diskussion um Christian Wulff. Wollen Sie die gleichen Fehler machen wie der derzeitige Amtsinhaber?

Rumpel: Ich möchte nicht in einem Land leben, in dem man nicht einmal einigen Bekannten und Freunden lukrative Aufträge zuschanzen darf. Solange eine Hand die andere wäscht, kann man sich diese Hände auch ruhig schmutzig machen. Vor allem würde natürlich alles völlig legal ablaufen. Im übrigen ist genau das der Unterschied zwischen mir und anderen Zeitgenossen. Ich kommuniziere das alles im Vorhinein und ohne jedwede Scham. Transparenz, Ehrlichkeit, Offenheit und Direktheit gehören so vollständig zu meinem Amtsverständnis, wie etwa der Islam zu Deutschland.

Pressefuzzi: Der Boulevard kolportiert Meldungen aus ihrem Freundeskreis, wonach Sie lediglich über ein einziges Jackett verfügen, und selbst das habe ein Brandloch. Ist das die angemessene Garderobe für das höchste Amt der Bundesrepublik?

Rumpel: Ach, geh weg! Die ewig gleiche Uniform der Spesenritter! Ich verfüge über unzählige bunte T-Shirts, mit denen ich – auch politische – Akzente setzen kann. Für Despoten wie Herrn Machmanichdendschihad oder Herrn RasPutin hätte ich z. B. ein schönes blaues mit Gargamel vornedrauf. Das drückt so viel mehr aus als bloßes Phrasendreschen über Menschenrechte.

Pressefuzzi: Fühlen Sie sich durch eine Teilzeitstelle als Buchhändler tatsächlich vorbereitet auf die immense Verantwortung, die mit dem Amt des Bundespräsidenten einherginge?

Rumpel: Da eine langjährige Vorbereitungszeit als Oppositionsführer und anschließend als Ministerpräsident nach Christian Wulffs eigenen Worten auch nicht genügen, sehe ich mich hinreichend gewappnet. Außerdem sind Sie entweder schlecht vorbereitet auf dieses Interview, oder Sie unterschlagen absichtsvoll die unzähligen öffentlichen Auftritte nach meiner Wahl zum “Trinker des Jahres 1997″.

Pressefuzzi: Haben Sie schon Pläne für den Fall, dass es nicht klappen sollte mit Ihrer Kandidatur?

Rumpel: Das Amt des Verteidigungsministers reizt mich ebenfalls. Neben meinen zahllosen Verpflichtungen als Ehemann, Teilzeitbuchhändler und Halter von vier Kaninchen lasse ich bereits mit Hochdruck an meiner Doktorarbeit schreiben.

Pressefuzzi: Herr Rumpel, vielen Dank für dieses Gespräch.

Rumpel: Da nich´für. Servus.


Fettsucht-Epidemie in den USA

Freitag, 02. September 2011

Washington. Die wenig überraschende Zuspitzung der Fettsucht-Epidemie in den United States of Adipositas (USA) hat endlich zahlreiche internationale Hilfsorganisationen auf den Plan gerufen. Die Menschen dort sind echt dick. Aber so richtig.

Fressen ohne Grenzen-Sprecher Heinz Schmidt: “Es fehlt an allem. Hometrainer, Laufschuhe, Jogginganzüge, Bewegung an der frischen Luft, Gemüse, Obst, Viehwaagen, Kräne und Lastwagen zum Transport der Menschen zur Blutzuckermessung. Wir wissen gar nicht, wo wir anfangen sollen. Die Situation ist dramatisch. Scheiss auf Somalia und Haiti, diese Menschen brauchen unsere Hilfe viel dringender.”

Ungeklärt ist weiter der Ursprung der Epidemie. Wissenschaftler aus aller Welt arbeiten fieberhaft an der Erbgutentschlüsselung des Erregers. Einige vermuten den Infektionsherd in der ersten Flasche Coca-Cola (um 1892), andere haben das erste McDonald’s-Restaurant im Verdacht, das 1940 seine Pforten öffnete. Aber auch zahlreiche weitere Fast-Food-Ketten werden penibel unter die Lupe genommen.

Während US-Präsident Obama noch zu beschwichtigen sucht (“Unsere Burger Bürger sind wenigstens erdbebensicher und halten notfalls auch einem Hurrikan stand!”), gerät die Arbeit der US-Regierung und ihrer Behörden von allen Seiten ins Kreuzfeuer der Kritik.

Seismologe Frank Fatburner vom Seismological Institute of Massachusetts (SLIM): “Das ist lächerlich. 89% der Erdbeben in den USA werden nach unseren Erkenntnissen von Amerikanern auf dem Weg zum Kühlschrank verursacht. Und die letzten großen Hurrikane entstanden allesamt durch Arschbomben amerikanischer Touristen in der Karibik.”

Die UNO hat jedenfalls bereits reagiert und eine Luftbrücke angekündigt. So sollen ab morgen tonnenweise Burger, Fritten und Chicken Wings außer Landes gebracht werden. Somalia, Äthiopien und weitere Dritte-Welt-Länder haben bereits nachdrücklich ihre Bereitschaft bekundet, die hochtoxischen Nahrungsmittel aufzunehmen und fachgerecht zu entsorgen.

(deutsche rumpel agentur)

Das muss mal wieder gesagt werden.

Dienstag, 09. August 2011

Will nicht lange drum rumreden. Deshalb in aller Kürze und Deutlichkeit:

Wer keine Ahnung hat, der sollte

Einfach mal

die Presse halten


Bild: Radulf (37 und keine Ahnung) hält die Presse.

Ich wäre natürlich überglücklich, wenn viel mehr Leute einfach mal die Presse halten würden. Also ihr, meine Leser zum Beispiel. Ist ganz einfach. Man hält die Presse. Und wegen der Medienwirksamkeit fotografiert man sich dabei natürlich und stellt das ganze ins Netz. Oh Mann, ich wäre ja so glücklich.

Aber jetzt bin ich mal still und halte die Presse.

Euer ergebener

Radulf Rumpel

GUT BESSER ALS BÖSE!

Freitag, 29. Juli 2011

In einem hochdramatischen und packenden Spiel bezwang gestern abend der F.C. GUT das weltweit bekannte Starensemble von REAL BÖSE. Von Seiten REAL BÖSES wurde das Spiel geprägt von zahllosen Nickligkeiten, brutalen Fouls und gravierenden Menschenrechtsverletzungen, was die eigene Anhängerschaft frenetisch mit Randalen, Krieg, Verstümmelung, Bücherverbrennungen und Selbstmordattentaten feierte.

Das Spiel unter der Leitung des völlig überforderten Schiedsrichters Reinhold Beckman begann mit einem Paukenschlag. Bereits in der fünften Minute erzielte der agile Hunnenkönig Attila das 1:0 für REAL BÖSE, nachdem er wie ein Wirbelwind durch die gegnerischen Reihen gestürmt war und dabei John Lennon überrannt und schwer verletzt  hatte. Dieser schied damit früh aus und wurde ersetzt durch Yoko Ono.

Den GUTEN war daraufhin die Verunsicherung deutlich anzumerken, sie zogen sich völlig zurück und überließen das Spiel dem Gegner. Vor allem Reichsmittelfeldmarschall Göring konnte schalten und walten, wie es ihm gefiel.

Dann drei Minuten, die in die Geschichtsbücher eingehen werden. Praktisch aus dem Nichts und völlig unerwartet macht der Weihnachtsmann einen Hatrick (24., 25., und 26. Minute).  Das Spiel ist gedreht. Nach dem Spiel sprudelt er freudestrahlend im Interview: “Ich bin so glücklich. Das war ein Geschenk an alle meine Fans, die auch in schlechten Zeiten immer an mich geglaubt haben.”

Es folgt eine äußerst rüde Phase, häufige Spielunterbrechungen sind die Folge. Pol Pot und Lord Voldemort sehen beide Gelb wegen Meckerns. REAL-Trainer Darth Vader, wie immer ganz in Schwarz, gestikuliert heftig von der Seitenlinie und schnauft wie verrückt.

In der 30. Minute kommt Linksaußen Stalin freistehend zum Schuss. Der schlaksige F.C.-Verteidiger Jesus wirft sich dazwischen und wird förmlich ans Lattenkreuz genagelt. Er stirbt, kann aber nach kurzer Unterbrechung weiterspielen.

Der Rest der ersten Halbzeit steht ganz im Zeichen des BÖSEN rechten Flügelläufers und Spielführers Adolf Hitler. Unermüdlich rackert und kämpft er, schreit seine Mitspieler, die Gegner, den Schiedsrichter, die Zuschauer und die Fernsehkameras an, grätscht, foult und erzielt in der 38. Minute den Anschluss. Bei weiteren guten Möglichkeiten scheitert er jedoch am überragenden Schlussmann Winston Churchill. Wegen eines Tobsuchtsanfalls wird er in der 45. Minute vom Platz gestellt. Ein herber Verlust für die BÖSEN.

Nach dem Seitenwechsel flacht die Partie etwas ab, beide Mannschaften tun wenig und lauern auf Konter. Eine gute Gelegenheit ergibt sich für Jesus, sein Schuss bleibt aber in der Frisur des REAL-Torhüters Kim Jong-il hängen, der wieder eine Ausnahmegenehmigung für seine 36 cm hohen Plateau-Stollenschuhe erhalten hat.

Martin Luther King erhöht in der 63. Minute mit einem Traumtor auf 4:2, scheidet aber in der 68. Minute nach einem groben Foul verletzungsbedingt aus. Für ihn kommt Nelson Mandela, der bis dahin geduldig auf der Bank gesessen hatte.

Nun geht es Schlag auf Schlag.  Pol Pot richtet ein Massaker im gegnerischen Strafraum an und verkürzt auf 3:4 (75.).

Saddam Hussein gleicht mit einem sehenswerten Flugkopfball nach einer scharf geschossenen Ecke von Voldemort aus. (78.)

Iwan der Schreckliche tankt sich gegen drei Gegenspieler durch und schiebt ein zum Führungstreffer. (83.) Hier sah Innenverteidiger Gandhi nicht gut aus und offenbarte wieder einmal seine eklatante Zweikampfschwäche.

In der 89. Minute dann wieder der Ausgleich für den F.C. GUT. Gorbatschow drischt bei einem Freistoß aus halblinker Position den Ball mitten in die Mauer, wo Honecker sich völlig verängstigt wegduckt und damit den Weg freimacht für das 5:5.

Verlängerung.

Beide Mannschaften suchen die Entscheidung und den offenen Schlagabtausch, Elfmeterschiessen will hier keiner. Zahlreiche Großchancen auf beiden Seiten, Jesus vergibt zweimal freistehend, Attila und Göring treffen nur das Aluminium.

Nach einem langen Pass von Gandhi macht Yoko Ono in der 112. Minute mit dem Außenrist das 6:5, doch auch das war noch nicht die Entscheidung. In der 119. Minute trifft Osama bin Laden mit einem fulminanten Schuss aus fast 40 Metern. Unglaublich. Die Zuschauer sind mittlerweile alle aufgestanden, vor lauter Erregung haben sich ein paar Anhänger bin Ladens vor Spielende, also zu früh, in die Luft gesprengt.

Und dann die Erlösung für die GUTEN. Direkt vom Anstoß weg schnappt sich die meist unterschätzte Mutter Teresa den Ball, dribbelt in Richtung des gegnerischen Tors, umspielt einen, zwei, drei, vier Gegenspieler, tunnelt Pol Pot, lässt Stalin aussteigen und haut das Ding von der Strafraumgrenze in die rechte untere Ecke. Kim Jong-il kann nichts machen, der Ball ist im Tor, Reinhold Beckmann schaut auf die Uhr und pfeift ab, das Spiel ist aus, die GUTEN gewinnen 7:6 gegen REAL BÖSE.

Damit steht der F.C. GUT im Finale um die Weltherrschaft gegen den Sieger des zweiten Halbfinales, das bald stattfindet. Dort treffen der haushohe Favorit und Titelverteidiger VORWÄRTS TURBO KAPITALISMUS und die SPVGG SOZIAL SCHWACHE DRITTE WELT aufeinander. Vielleicht berichten wir.