Und nun zu etwas voellig anderem

19. Dezember 2010

Das Vieh hat mich gekitzelt!

Nervenkitzel from Radulf Rumpel on Vimeo.

Radulfs Rache.

Mahlzeit from Radulf Rumpel on Vimeo.

Alte und neue Freunde

17. Dezember 2010

Verehrte Leserschaft.

Gestern fragte mich jemand, wo ich die Wasserflasche herhaette, die ich mit mir herumschleppte. Meine Antwort war vielleicht etwas unkonventionell, aber durchaus berechtigt:

“Alter, ich kenn dich aus Wuerzburg.”

Er kannte uns nicht, was vielleicht daran liegt, dass wir nicht mal halb so exzentrisch daherkommen.

Wir haben kurz gequatscht, und das naechste mal, wenn ich ihn am Marktplatz sitzen sehe, werde ich ihn ansprechen. Vielleicht sage ich dann:

“Alter, ich kenn dich aus Siem Reap.”

Aber wir lernen auch neue Leute kennen. Zum Beispiel diese Puppe hier. Huldine hat gleich ein Duett angestimmt.

Und Huldine war es auch, die eine ganz spezielle neue Freundschaft geschlossen hat.

Bis bald.

Jetzt aber mal Kultur: Angkor Wat.

16. Dezember 2010

Verehrte Leserschaft.

Vorweg eine Entwarnung. Das mit den Bildern geht doch. Die Scherzkekse blocken naemlich aus gutem Grund ihre USB-Ports. Weil naemlich Tourivollpfosten wie Radulf und Huldine mit virenverseuchten SD-Cards hier rumschlappen. Hat uns nochmal zwei Stunden gekostet, das rauszufinden und zu beheben.

Ausserdem haben wir nochmal das Zimmer gewechselt. Die Klima hat zwar schoen runtergekuehlt, doch machte sie alle 20-30 Minuten einen Hoellenlaerm. Jedesmal aus dem Schlaf gerissen, abgestellt und wieder angestellt, dann gings wieder fuer eine Weile. Nach dem vierten Mal haben wir sie ausgelassen.

Und jetzt gehts los.

Wir haben es getan. Gestern. Wir sind geradelt. Es wurden dann doch dreieinhalb Stunden reine Fahrzeit und 40 Kilometer. Bei 30 Grad und sehr hoher Luftfeuchtigkeit.

Die Anlage ist riesig. Man faehrt auf geteerten Wegen durch den Dschungel, und ab und an tauchen rechts und links kleinere Tempelanlagen auf, oder eben die ganz grossen, naemlich das echte und wahre Angkor Wat oder Ta Prohm, die beruehmte Anlage, die langsam vom Dschungel verschlungen wird.

Huldine hat sehr sehr viele sehr sehr schoene Fotos gemacht. Ich kann sie leider nicht alle zeigen. Und es waere auch relativ sinnlos. Man muss schwitzen und staunend umherwandern und radeln und die Abermillionen an Zikaden hoeren. Dann weiss man, wie es hier ist.

Hier also eine kleine, subjektive Auswahl.

Das echte Angkor. Zuerst der Eingang, weil das Licht da so schoen ist.

Dann die Haupttuerme, die auch auf der kambodschanischen Flagge und auf fast allen Touriandenken sind.

Der Garten ist auch beeindruckend.

Innenansicht.

Auch eine Innenansicht. An dieser Stelle viele liebe Gruesse an alle Buddhisten, die das hier lesen. Besonders an zwei von euch. Wir haben an euch gedacht.

Das ist schon ausserhalb des echten Angkors, kleiner Tempel am Wegesrand. Verdammt steile Treppen. Hoch gehts leicht, runter schwer.

Unterwegs immer wieder kleine Laeden. Und aeusserst geschaeftstuechtige und dynamische junge Menschen.

Hier koennt ihr Radulf bewundern, wie er verbissen um Preise fuer Dinge feilscht, die er eigentlich gar nicht will.  Letzten Endes erwarben wir ein weiteres T-Shirt, zwei Bronzeanhaenger, einen Angkor-Wat-Kuehlschrankmagneten, zwei Maultrommeln, einen Packen Postkarten und zwei Floeten. Spielt jemand von euch Floete? Wir jedenfalls nicht.

Und wer jetzt schadenfreudig grinst, der sollte folgendes bedenken: Wenn WIR den Kram bis zur Abreise nicht gewinnbringend an Touristenheinis verticken koennen, dann werden das EURE Weihnachtsgeschenke.

Bilder von irgendwo unterwegs.

So sieht es aus, wenn der Dschungel wieder einzieht in verlassene Staedte und Staetten: Ta Prohm.

Ich hoffe mal, die Bilder gefallen euch.

Denjenigen, die bis hier gelesen und geguckt haben, denen zeige ich zur Belohung noch das Fahrrad, auf dem ich die meiste Zeit der dreieinhalb Stunden durch bruetende Hitze geeiert bin.

Wir haben die letzte halbe Stunde die Raeder getauscht. Weil naemlich mein Sattel staendig in die Senkrechte kippte und ich nur durch staendige und genau berechnete Gewichtsverlagerungen halbwegs bequem sitzen konnte.

Als Huldine dann mein Fahrrad bekam, erlitt sie erstmal einen zehnminuetigen Lachanfall ob der Tatsache, dass ich so lange auf dem Teil hatte fahren muessen. Dann hoerte sie auf, zu lachen und schonte ihre Kraefte. Fuer die Gewichtsverlagerungen…..

Bis bald,

euer ergebener

Radulf Rumpel, Tower of Babel und Mr. Beer in Personalunion

Vermischtes

14. Dezember 2010

Verehrte Leserschaft.

Wir haben uns ziemlich akklimatisiert. Erstaunlich schnell. Dabei halfen uns sowohl die im letzten Post genannten Tricks, als auch mehrere Bier, die wir allesamt auf das Wohl ALLER getrunken haben.

Das hat dazu gefuehrt, dass der Tower of Babel nach einem Nachmittag in unserem neuen Guesthouse nun einen neuen Namen fuehrt: Sie nennen mich Mr. Beer.

Im Guesthouse von letzter Nacht hatte es im 5. Stock (erreichbar ueber eine sehr steile Treppe) ca. 40 Grad, wir konnten nur sehr schwer Schlaf finden, und einen sehr unruhigen dazu, daher der Wechsel. Das neue Zimmer hat ne Klima.

Es geht weiter ohne System.

Erwaehnenswert finde ich, dass mittlerweile schon zwei oder drei Tuk-Tuk-Fahrer ihre Dienste ungefaehr mit folgenden Worten feilboten:

“I don’t care about communism, and i want to be your Tuk-Tuk-driver.”

Wie haette wohl Kalle Marx reagiert? Ich antwortete mit: “No, thanks.” Bootsmann, du verstehst hoffentlich, dass mein Khmer nicht ausreicht fuer eine fundierte Diskussion.

Naechstes Thema. Ich muss wohl noch an meiner Strandfigur arbeiten. Gerade wurde ich angesprochen von einem T-Shirt-Verkaeufer:
“You want T-Shirt, Sir? I have big size for you!”
Das erinnert mich an die Schmach von Bangkok, als ich feststellen musste, dass die “F” benannte Groesse zwischen M und L nicht ausreicht. Meine Vermutung geht dahin, dass F fuer Fat steht.

Ueberhaupt, dieses “Sir”. Gibt es in Thailand auch. Ist etwas ungewohnt fuer mich und hoert sich merkwuerdig an, wenn ich ungeduscht, unrasiert und in Badelatschen von allen moeglichen Menschen damit angequatscht werde. Ist aber in USA und England vielleicht auch normal, ich weiss es nicht, da noch nie dortgewesen und zu unaufmerksam bei Filmen aus diesen Gegenden. Werde in Zukunft mal bewusst drauf achten. Bis dahin sage ich einfach auch zu allen “Sir”.

Naja, und wir waren eben einkaufen wie die Irren. Auf dem Nachtmarkt. T-Shirts, Seidenschals und Wodka. Alles sehr sehr guenstig. Das ist aber auch noetig, denn wenn wir richtig gerechnet haben, haben wir vorhin fuer fuenf Baby-Bel ca. sieben Dollar bezahlt.

Ach ja, die Kambodschaner popeln ziemlich viel in der Nase. So ganz oeffentlich und ungeniert. Vielleicht interessiert das noch den Einen oder Anderen.

Ansonsten bis bald, ich schlaf jetzt meinen kleinen Rausch aus.

Morgen geht es nach Angkor Wat, zwanzig Kilometer mit dem Fahrrad bei ca 35 Grad …

Liebe Gruesse,

Euer Mister Beer

Siem Reap, Kambodscha

14. Dezember 2010

Verehrte Leserschaft!

Gestern frueh gings los, um 7.30 Uhr. Bis zur Grenze alles wie gehabt, wir waren sehr entspannt und in keinster Weise auf den Kulturschock vorbereitet, den wir bald erleiden sollten.

Grenzuebertritt von ca. 14.30 bis 15.30.

Um 18.00 Uhr waren wir dann angekommen in Siem Reap nahe Angkor Wat.

Kambodscha unterscheidet sich in einigen wesentlichen Gegebenheiten von Thailand. Ich erspare euch die Details und die Diskussionen, die wir mit allen moeglichen Leuten hatten, und fasse mich kurz.

Das Land ist viel aermer, was eine deutlich entnervendere Aufdringlichkeit von Verkaeufern, Taxifahrern und anderen Leuten zur Folge hat.

Es gibt viele Minenopfer, die betteln, sowie gesunde Kinder, die einen mit leidenden Mienen Postkarten und aehnliches verkaufen wollen. Das kann einen ganz schoen runterziehen.

Und wir wurden von der Grenze an beschissen und fuer dumm verkauft.

Gestern abend waren wir ziemlich deprimiert und schockiert.

Aber dann hielten wir uns vor Augen, dass es relativ erschwinglich ist, hier beschissen zu werden.

Uns hilft auch unser Motto fuer diesen Urlaub.

Drei Dinge sind wichtig, alles andere voellig wurst:

1. Dass wir keine Malaria kriegen.
2. Dass wir nicht von einer Kobra gebissen werden.
3. Dass wir immer genug Sandwiches haben.

Und vor allem waere es ziemlich daemlich, hier rumzujammern. Uns geht es gut. Wir haben die Taschen zum Bersten voll mit Scheinen in vier verschiedenen Waehrungen.

Den Leuten hier geht es nicht so gut wie uns, aber wir koennen nicht allen helfen. Also Arschbacken zusammen und durch.

Fuer diejenigen, die diese meine relativ tristen Zeilen gelesen haben, gibt es zur Belohnung ein paar Bilder.

Es sind vielleicht fuer laengere Zeit die letzten. Ueberall steht zwar

Internet Burn CD/DVD

aber die Scherzkekse blocken mit abgelaufenen Testversionen irgendwelcher Virenscanner und allem moeglichen Zeugs die USB-Ports. Wir sind vorhin zwei Stunden rumgelaufen, bis wir jemand fanden, der uns nach einer weiteren Stunde mal unsere Bilder auf ne CD brennen konnte.

Von Kamera aus mit Kabel Bilder hochladen ging bis jetzt noch gar nicht.

Also, es geht los. Da haben wir gestern zu Abend gegessen. Ich hatte eine Ameisenkolonie in meinem Baguette.

Einige der unvermeidlichen Buden am Strassenrand.

Strassenbilder.

Das war auf der Landstrasse von der Grenze hierher.

Vogelspinnen. Huldine hat eine zum Fruehstueck angeboten bekommen. Das Hinterteil. Ist das leckerste. Sie hat abgelehnt.

Gab es schon in Bangkok und hier auch ueberall: Fischmassage. Die Fische fressen die tote Haut von den Fuessen. Hilft gegen den Geruch, sagen sie. Kitzelt extrem, sagen die Touris.

Denkmal.

So, das wars erstmal.

Ich trinke jetzt ein Bier. Und zwar auf euch alle.

Prost,

Radulf Rumpel