Heiligabend

26. Dezember 2010

Verehrte Leserschaft.

Wir waren ja ziemlich grummelig, weil ihr den ganzen Schnee abbekommen habt und wir nichts als weissen Sand unter den Fuessen hatten. Da kommt man irgendwie nicht so richtig in Weihnachtsstimmung. Echt nicht.

Aber unser Heiligabend versoehnte uns wieder. Jeder hatte fuenf Dollar, um Dinge zu kaufen, die den Abend bereichern wuerden.

Es gab eine kambodschanische Weihnachtsmuetze. Jeder, der etwas aus seinem Beutelchen praesentieren wollte, setzte das Ding auf und rief: “Hohoho, ich bin Santa Claus, und ich hab da was fuer euch.”

In den Beutelchen waren auch echt widerliche Sachen. Pfui Spinne, koennte man fast sagen. Aber Spinne hatten wir schon. Also ein Ei, in dem schon das Kueken zu sehen ist. Es wurde gelost. Lay hat’s erwischt, und er war seehr tapfer.

Ein ekelhafter Schnaps oder Likoer. Bis auf die paar Glaeser, die wir an dem Abend tranken, wanderte am naechsten Tag alles in die Spuele. Und wer Radulf kennt, weiss, was DAS bedeutet. Aber die Eierbecherglaeser sind sicher im Rucksack verstaut, die sind einfach zu geschmacklos schoen, um es nicht in unsere Sammlung zu schaffen.

Seltsame Nuesse oder so. Jeder schaffte nur eine. Schmeckten einfach zu grauenhaft. Sind aus China, und selbst die kambodschanische Bedienung hat sich geschuettelt.

Damit ihr das nicht falsch versteht, das mit der Widerlichkeit der Geschenke war (ausser bei dem Ei) keine Absicht. Einige von uns gingen wohl zu tief und zu weit in den Markt hinein. Da riecht es auch komisch. Und dann kann mal was dabei sein, was fuer westliche Geschmaecker einfach zu … unweihnachtlich ist.

Es gab auch positive Ueberraschungen. Was so aussieht wie der Duschkopf von Mutter Natur, entpuppte sich als Hort vieler kleiner Samen (?), die an unreife Haselnuesse erinnern. Wir haben alle verputzt!

Fuer Musik war auch gesorgt. Janes Kuenste reichten leider nur fuer eine holprige Version von Jingle Bells, aber wir sahen ihr das gerne nach, da sie sehr charmant dabei aussah. Ausserdem reichten unsere Kuenste fuer gar nichts.

Nach der Bescherung zogen wir an den Strand um und verspeisten dort unser Barbecue. Das sind Het (zweiter von links) und sein Chef (links neben Het). Waehrend Huldines endloser Stunden am Strand hatte sie ihm ein wenig Deutschunterricht gegeben, und so begruesste er uns haeufig mit “Willkommen, nehmen Sie Platz.”
Zur Feier des Tages hatten die beiden sich, wie uebrigens sehr viele Einheimische, herausgeputzt.

Es wurden Peruecken gereicht.

Gruppenbild. Lay grinst, weil er denkt ich waere noch auf dem Klo und er koennte den dicken Macker machen. Die Maedels grinsen, weil sie wissen, dass sie fotografiert werden. Und ich grinse, weil ich mich auf das Gesicht von Lay freue, wenn er das Bild sieht und merkt, dass ich schon wieder vom Klo zurueck war.

Tja, das war unser Weihnachten. Eures war wohl ziemlich weiss, was man hier so hoert und liest. Hat ja auch was.

Heute sind wir von Sihanoukville wieder nach Thailand geduest, in eine kleine Provinzstadt namens Trat.  Da kann man unterwegs solche Sachen sehen.

Der Grenzuebertritt gestaltete sich uebrigens ziemlich einfach, ich kontrollierte einfach mal selbst unsere Papiere.

So, Kinder, das wars mal wieder.

Bis bald,

Euer ergebener

Radulf Rumpel

Froehliche Weihnachten

23. Dezember 2010

Verehrte Leserschaft,

ich mache es kurz. Wir haben gestern unsere Geschenke gekauft, feiern morgen mit Jane aus Kanada und Lay, einem Koelner mit kambodschanischen Wurzeln.

Und zwar am Strand.

Wir wuenschen allen ein Frohes Fest!

Also, bis bald,

Eure Familie Rumpel


Meer und mehr

22. Dezember 2010

Verehrte Leserschaft.

Wir haben eine weitere Bootsfahrt unternommen. Dieses Mal kann ich leider nicht von so dramatischen Ereignissen berichten wie bei unserem ersten Ausflug.

Aber wir haben auch so genug erlebt.

Der erste Stop war ganz dem Schnorcheln, Schwimmen und Springen gewidmet. Das ist ein Foto vom Springen. Aus dem dritten Stock, sozusagen. Bitte enthaltet euch spoettischer Kommentare zu meinem Baeuchlein. Ich arbeite hart daran, es zu einem Bauch zu machen.

Der zweite Stop fand an etwas statt, was wohl die meisten meinen, wenn sie von einem Traumstrand reden. Blick vom Boot auf den Strand.

Blick vom Strand nach links.

Blick vom Strand aufs Boot.

Es gab volles Programm. Wir haben alles mitgemacht. Die Dschungeltour war nicht sooo aufregend. Allerdings musste man die Bruecke des Todes ueberqueren. Sie haben sie vermutlich absichtlich so wackelig gebaut. Damit Leute wie ich nun rumprotzen koennen, dass sie sie ueberlebt haben.

Nun kommt Tubing. Das kleine Schlauchboot zieht das Gummifloss. Und zwar sehr rasant. Richtig lustig – und schmerzhaft – wird es, wenn der Schlauchbootfahrer anfaengt, im Kreis zu fahren. Man wird rumgeschleudert und die Arme werden lang und die Haende beginnen wehzutun. Bis man loslaesst und volles Rohr aufs Wasser gedonnert wird. So geschehen mit Huldine. Allerdings hat sie nur deshalb losgelassen, weil sie sonst ihre Bikinihose verloren haette.

Schliesslich die Rivertour. Alter!

Jane mussten wir hart zureden, damit sie mitkam. Nachdem sie gesehen hatte, auf was wir uns da eingelassen hatten.

Die ersten fuenf Minuten panisches Gekreische und hysterisches Gelaechter von den billigen Plaetzen am hinteren Ende der Truppe.

Allerdings gaben auch die Maedels vorne stimmlich Vollgas.

Es gab Landschaft.


Nahaufnahme des Brackwassers, das uns eine gute halbe Stunde bis zur Brust ging.

Nun, wir haben ueberlebt, Nachwirkungen sind noch keine aufgetreten, und wir blicken optimistisch in die Zukunft.

Uebermorgen ist Weihnachten.

Bis bald,

Euer

Radulf Rumpel

Was sonst so geschah

22. Dezember 2010

Verehrte Leserschaft.

Wir haben die letzten Tage nicht nur merkwuerdige Dinge gegessen, sondern auch zweimal den Ort gewechselt.

Ein letztes Bild aus Siem Reap. Kambodschanische Seide. Gab es an hunderten fast identischer kleiner Staende beim Markt, meist in Kombination mit T-Shirts, Kippenstangen, Angkor-Wat-Kuehlschrankmagneten und anderem Kleinkram.

Vor vier Tagen haben wir die Stadt verlassen Richtung Kep, das liegt im Sueden an der Kueste. Die Fahrt dauerte fast 12 Stunden. Es gab viel zu bestaunen, sowohl auf der Strasse ….

… als auch im Bus.

Kep war mal so richtig kacke. Haesslicher Strand, unfreundliche Leute, voellig ueberteuert, ab ca. 21.00 Uhr absolut tote Hose.
Unsere werte Mitreisende Jane aus Kanada wurde beklaut, und zwar mehr oder weniger vom Dorfpolizisten hoechstpersoenlich.

Das ist ein Klo, wie man es oefters in dieser Weltregion findet, aber zu Kep passt es besonders gut. Und nur hier kostet der Besuch etwas…

Also am naechsten Morgen weiter nach Sihanoukville, eine Tourismushochburg mit Strand.

Die Fahrt verlief relativ schweigsam und irgendwie gehemmt. Als naemlich in den bereits ziemlich ueberladenen Minibus zwei weitere Fahrgaeste einstiegen, von denen der eine fast auf meinen Knien Platz nahm, gab ich ihm die Hand, grinste und sprach:

“Welcome on board, nice to meet you.”

Der ueberladene Bus lachte geschlossen.

Er hingegen sah mich grimmig an und erwiderte, mit deutlichem Akzent und beim letzten Wort – grimmig – auf seine Brust weisend:

“No speak. Russia.”

Okay, ich bin still. Er war es gottseidank auch, denn er hatte echt Mundgeruch. Und er sass echt nicht weit weg.

Tja, und nun also in Sihanoukville. Endlich mal wieder sowas:

Das ist Bunthiep. So wie viele andere Kinder verkauft sie selbstgemachte Armbaender und andere Handwerkskunst am Strand.

Sie ist eine von den netten. Ein paar von denen sind wirklich nervig, sehr aufdringlich und unfreundlich. Das geht dann so – ich uebersetze:

Nerviges Kind: “Willst du ein Armband?”

Radulf/Huldine: “Nein danke, ich hab schon eins.”

Nerviges Kind: “Du hast schon eins, dann nimm noch eins!”

Radulf/Huldine: “Nein danke, wir brauchen wirklich keins.”

Nerviges Kind: “Morgen kaufst du mir eins ab. Versprich mir das!”

Und so weiter. Sie verticken auch Fruechte und Sonnenbrillen. Oft fragen sie einen, wo man her kommt, und nennen dann Hauptstadt und Regierungschef des jeweiligen Landes. Wir haben es mit einigen anderen Laendern getestet, die wissen bescheid. Das kennen wir auch aus Siem Reap.

Aber wie schon erwaehnt, Bunthiep ist nett und sitzt manchmal einfach nur bei uns rum und flicht Armbaender uns anderes auf Vorrat. Zumindest seit wir ihr welche abgekauft haben.

Zum Abschluss dieses Posts zeige ich euch ein Tuk-Tuk, ein paar kennen die vielleicht noch nicht. Dies ist ein Prachtexemplar, es gibt sie auch in neu und schoener.

Gehe jetzt fruehstuecken, danach berichte ich ueber die Bootstour gestern.

Euer ergebener

Wolfgang Petry

Und nun zu etwas voellig anderem

19. Dezember 2010

Das Vieh hat mich gekitzelt!

Nervenkitzel from Radulf Rumpel on Vimeo.

Radulfs Rache.

Mahlzeit from Radulf Rumpel on Vimeo.