Verehrte Leserschaft.
Wir waren ja ziemlich grummelig, weil ihr den ganzen Schnee abbekommen habt und wir nichts als weissen Sand unter den Fuessen hatten. Da kommt man irgendwie nicht so richtig in Weihnachtsstimmung. Echt nicht.
Aber unser Heiligabend versoehnte uns wieder. Jeder hatte fuenf Dollar, um Dinge zu kaufen, die den Abend bereichern wuerden.
Es gab eine kambodschanische Weihnachtsmuetze. Jeder, der etwas aus seinem Beutelchen praesentieren wollte, setzte das Ding auf und rief: “Hohoho, ich bin Santa Claus, und ich hab da was fuer euch.”
In den Beutelchen waren auch echt widerliche Sachen. Pfui Spinne, koennte man fast sagen. Aber Spinne hatten wir schon. Also ein Ei, in dem schon das Kueken zu sehen ist. Es wurde gelost. Lay hat’s erwischt, und er war seehr tapfer.
Ein ekelhafter Schnaps oder Likoer. Bis auf die paar Glaeser, die wir an dem Abend tranken, wanderte am naechsten Tag alles in die Spuele. Und wer Radulf kennt, weiss, was DAS bedeutet. Aber die Eierbecherglaeser sind sicher im Rucksack verstaut, die sind einfach zu geschmacklos schoen, um es nicht in unsere Sammlung zu schaffen.
Seltsame Nuesse oder so. Jeder schaffte nur eine. Schmeckten einfach zu grauenhaft. Sind aus China, und selbst die kambodschanische Bedienung hat sich geschuettelt.
Damit ihr das nicht falsch versteht, das mit der Widerlichkeit der Geschenke war (ausser bei dem Ei) keine Absicht. Einige von uns gingen wohl zu tief und zu weit in den Markt hinein. Da riecht es auch komisch. Und dann kann mal was dabei sein, was fuer westliche Geschmaecker einfach zu … unweihnachtlich ist.
Es gab auch positive Ueberraschungen. Was so aussieht wie der Duschkopf von Mutter Natur, entpuppte sich als Hort vieler kleiner Samen (?), die an unreife Haselnuesse erinnern. Wir haben alle verputzt!
Fuer Musik war auch gesorgt. Janes Kuenste reichten leider nur fuer eine holprige Version von Jingle Bells, aber wir sahen ihr das gerne nach, da sie sehr charmant dabei aussah. Ausserdem reichten unsere Kuenste fuer gar nichts.
Nach der Bescherung zogen wir an den Strand um und verspeisten dort unser Barbecue. Das sind Het (zweiter von links) und sein Chef (links neben Het). Waehrend Huldines endloser Stunden am Strand hatte sie ihm ein wenig Deutschunterricht gegeben, und so begruesste er uns haeufig mit “Willkommen, nehmen Sie Platz.”
Zur Feier des Tages hatten die beiden sich, wie uebrigens sehr viele Einheimische, herausgeputzt.
Es wurden Peruecken gereicht.
Gruppenbild. Lay grinst, weil er denkt ich waere noch auf dem Klo und er koennte den dicken Macker machen. Die Maedels grinsen, weil sie wissen, dass sie fotografiert werden. Und ich grinse, weil ich mich auf das Gesicht von Lay freue, wenn er das Bild sieht und merkt, dass ich schon wieder vom Klo zurueck war.
Tja, das war unser Weihnachten. Eures war wohl ziemlich weiss, was man hier so hoert und liest. Hat ja auch was.
Heute sind wir von Sihanoukville wieder nach Thailand geduest, in eine kleine Provinzstadt namens Trat. Da kann man unterwegs solche Sachen sehen.
Der Grenzuebertritt gestaltete sich uebrigens ziemlich einfach, ich kontrollierte einfach mal selbst unsere Papiere.
So, Kinder, das wars mal wieder.
Bis bald,
Euer ergebener
Radulf Rumpel








































