Anlässlich der völlig überraschenden und auch lediglich von ihm selbst bekanntgegebenen Kandidatur Radulf Rumpels für das Amt des Bundespräsidenten haben wir mit diesem darüber gesprochen.
Pressefuzzi: Herr Rumpel, obwohl die Regierungskoalition weiterhin interne Gespräche über einen geeigneten Nachfolger für das Amt des Bundespräsidenten dementiert und Christian Wullf hartnäckig an seinem Stuhl zu kleben scheint, haben Sie sich selbst kurzerhand zum Kandidaten erklärt. War das nicht ein wenig voreilig?
Rumpel: Diese Posse wird mir langsam unerträglich, und zwar nicht nur von Seiten Wulffs, sondern auch von Seiten der Medien. Es ist widerlich und macht mich krank. Erst gestern früh habe ich beim Lesen der Morgenmeldungen wieder kotzen müssen. Das muss ein Ende haben, und zwar bald.
Pressefuzzi: Das mag sein. Doch selbst wenn der Posten frei würde, was spräche für einen Bundespräsidenten Rumpel in Bellevue?
Rumpel: Zunächst möchte ich klarstellen, dass Bellevue für mich nicht in Frage kommt. Ich habe einen relativ großen Freundes- und Bekanntenkreis, aber bei einem Umzug könnte ich von denen höchstens verlangen, in Würzburg den Sprinter vollzuladen. In Berlin stünde ich dann ziemlich alleine da mit meiner Frau und den ganzen Kartons. Deshalb würde ich den Amtssitz verlegen nach Würzburg, obere Zellerau. Wir haben da eine gemütliche Drei-Zimmer-Wohnung mit Platz für mindestens zwei Staatsgäste auf unserem Sofa. Schloß Bellevue würde abgerissen. Da kommt ein Einkaufscenter hin. Einige gute Bekannte und Freunde haben schon Interesse signalisiert, dieses Bauvorhaben in die Tat umzusetzen.
Pressefuzzi: Sie haben die Frage nicht beantwortet und werfen mit Ihrer Antwort gleich eine neue auf. “Gute Bekannte” und “Freunde” stehen im Zentrum der Diskussion um Christian Wulff. Wollen Sie die gleichen Fehler machen wie der derzeitige Amtsinhaber?
Rumpel: Ich möchte nicht in einem Land leben, in dem man nicht einmal einigen Bekannten und Freunden lukrative Aufträge zuschanzen darf. Solange eine Hand die andere wäscht, kann man sich diese Hände auch ruhig schmutzig machen. Vor allem würde natürlich alles völlig legal ablaufen. Im übrigen ist genau das der Unterschied zwischen mir und anderen Zeitgenossen. Ich kommuniziere das alles im Vorhinein und ohne jedwede Scham. Transparenz, Ehrlichkeit, Offenheit und Direktheit gehören so vollständig zu meinem Amtsverständnis, wie etwa der Islam zu Deutschland.
Pressefuzzi: Der Boulevard kolportiert Meldungen aus ihrem Freundeskreis, wonach Sie lediglich über ein einziges Jackett verfügen, und selbst das habe ein Brandloch. Ist das die angemessene Garderobe für das höchste Amt der Bundesrepublik?
Rumpel: Ach, geh weg! Die ewig gleiche Uniform der Spesenritter! Ich verfüge über unzählige bunte T-Shirts, mit denen ich – auch politische – Akzente setzen kann. Für Despoten wie Herrn Machmanichdendschihad oder Herrn RasPutin hätte ich z. B. ein schönes blaues mit Gargamel vornedrauf. Das drückt so viel mehr aus als bloßes Phrasendreschen über Menschenrechte.
Pressefuzzi: Fühlen Sie sich durch eine Teilzeitstelle als Buchhändler tatsächlich vorbereitet auf die immense Verantwortung, die mit dem Amt des Bundespräsidenten einherginge?
Rumpel: Da eine langjährige Vorbereitungszeit als Oppositionsführer und anschließend als Ministerpräsident nach Christian Wulffs eigenen Worten auch nicht genügen, sehe ich mich hinreichend gewappnet. Außerdem sind Sie entweder schlecht vorbereitet auf dieses Interview, oder Sie unterschlagen absichtsvoll die unzähligen öffentlichen Auftritte nach meiner Wahl zum “Trinker des Jahres 1997″.
Pressefuzzi: Haben Sie schon Pläne für den Fall, dass es nicht klappen sollte mit Ihrer Kandidatur?
Rumpel: Das Amt des Verteidigungsministers reizt mich ebenfalls. Neben meinen zahllosen Verpflichtungen als Ehemann, Teilzeitbuchhändler und Halter von vier Kaninchen lasse ich bereits mit Hochdruck an meiner Doktorarbeit schreiben.
Pressefuzzi: Herr Rumpel, vielen Dank für dieses Gespräch.
Rumpel: Da nich´für. Servus.
Tags: Aussagen
Ich unterstütze ihr Vorhaben und würde gerne ihre Memoiren, möglicher Arbeitstitel “Ohne Fleiß kein Preis- Von 0 Promill zum Trinker des Jahres” mit Bier im Gegenwert von 10.000 EUR finanzieren, wenn ich im Gegenzug dafür ein lukratives Versicherungsangebot gegen Organschäden, z.B. Leber, in Ihrem Buch platzieren könnte.
Das geht soweit in Ordnung. Bitte wenden Sie sich aber wegen der Details an meinen Verleger, dann kann ich nachher glaubhaft versichern, ich hätte von nichts gewusst. Vielen Dank!
Gerne deponieren wir für Sie auch anonyme Bar-Schecks oder einen schweinsledernden Aktenkoffer voller Single Malt Flaschen in einem toten Kneipenwinkel ihrer Wahl.
Auch damit bin ich einverstanden. Ein ganz anderes Thema: Ihre Frau kann mir nicht zufällig 500.000 € leihen? Möchte gerne ein Haus bauen, und es soll so richtig hässlich und spießig werden. Das kostet meist extra, daher meine Anfrage.
Sehr gerne. Aber nicht wieder alles heimlich für Blackjack, Koks und Nutten ausgeben, ja?
Och Menno!