Der Blechbommel

In diesem Beitrag meiner großangelegten Reihe “Bücher, die Gottseidank nie erschienen sind” möchte ich den völlig zu Recht nie erschienenen Roman “Der Blechbommel” von Günter Grass vorstellen.

Entstanden ist das Buch nicht im Jahre 1976. Grass hatte damals enorme finanzielle Probleme, da ihm ein Nachzahlungsbescheid für nicht entrichtete Mitgliedsbeiträge bei der Waffen-SS in den Briefkasten geflattert war. In fiebriger Hast wollte er eigentlich binnen zwei Wochen die über 1300 Seiten dieses Großromans hinschludern, um dicke Kasse zu machen, doch dann gewann er völlig überraschend 32 Millionen Mark bei einer Sportwette. Gottseidank!

Die Handlung

Danzig im Jahre 1924.
Der 93-jährige Sonderling Oskar Motzerott stürzt beim Bierholen völlig besoffen die Treppe eines schäbigen Mehrfamilienhauses hinunter. Randvoll mit Adrenalin aufgrund der Schmerzen in seiner gebrochenen Hüfte brüllt er lallend im Treppenhaus herum, dass er keinen Bock auf diese Kacke habe und dass er soeben beschlossen habe, niemals zu sterben und ab sofort seinen Mitmenschen das Leben zur Hölle zu machen.

Seine Hüfte heilt sehr schlecht, und so kauft er sich einen Rollstuhl und eine Weihnachtsmannmütze. In den Bommel der Mütze  steckt er eine Vollblechkugel. Dann rollt er durch Danzig, beleidigt und schmäht seine Mitbürger und zertrümmert mit dem Blechbommel allerorten Fenster, Geschirr und Kniescheiben.

Lange Jahre terrorisiert er so die Stadt und das Umland. Die Nazis kommen an die Macht, der Krieg bricht aus, doch Motzerott – nunmehr über 110 Jahre alt-  lässt sich durch das alles nicht aus der Ruhe bringen und macht weiter wie gehabt.

Als sich der Krieg zusehends seinem Ende nähert und die Rote Armee auf Danzig marschiert, versucht Motzerott mit seinem Rollstuhl über die zugefrorene Ostsee nach Lübeck zu fliehen, wird dabei jedoch von einem russischen U-Boot torpediert. Während sein Rollstuhl langsam Schlagseite bekommt und zu sinken beginnt, verflucht Motzerott die Welt, das Leben, den Papst und vor allem das U-Boot. Dann versinkt er langsam in den eisigen Fluten der Baltischen See.

Radulfs Rezension

Wie in der Einleitung bereits erwähnt, wollte Grass das komplette Buch in zwei Wochen schreiben. Ganze Tage und Nächte am Stück hätte Grass also wie besessen auf seine Schreibmaschine eingehackt, teilweise völlig übermüdet, innerlich leer, unaufmerksam, gleichzeitig hochgradig panisch wegen der Waffen-SS-Nachzahlung. Er brauchte das Geld so dringend, dass er nicht einmal einen Lektor drüberschauen lassen wollte. Tippen, drucken, verkaufen, das war seine Devise.

Kein Wunder, das der Text eine orthograpische und grammatikalische Katastrophe ist. Seitenweise Satzfragmente, an anderen Stellen Bandwurmsätze von fast Kapitellänge. Fehlende Kommata und andere Satzzeichen, an Legasthenie grenzende Rechtschreibung, Radulf war schlicht entsetzt.

Auch die Handlung reißt nicht zu Begeisterungsstürmen hin. Ein durch Danzig rollender Greis, der mit einem Blechbommel Glas und Porzellan zum Bersten bringt.
Wie muss man drauf sein, um sich sowas auszudenken? Ich stellte mir diese Frage oftmals während der Lektüre, und auch Ihr, meine verehrten Leser, solltet einmal kurz innehalten und daüber nachdenken.

Wie auch immer. In einem ist sich Radulf jedenfalls sicher:

Gottseidank wurde dieses Buch nie geschrieben.

Euer

Radulf Rumpel

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2 Antworten zu “Der Blechbommel”

  1. [...] lässt Radulf uns an seiner Meinung über “Die Blechbommel” von Günter Grass und “Der Steppdeckenwolf” von Herrmann Hesse teilhaben. Vorsicht, [...]

  2. Pedde sagt:

    Wieder groß! Mehr! Mehr!

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