Interview mit Sommerpartei-Mitbegründer Radulf Rumpel

Das erst heute morgen publik gewordene Wahlprogramm der frisch gegründeten Sommerpartei wird bereits heftig diskutiert und spaltet die Nation.

Wir haben mit dem Sommerpartei-Mitbegründer und Verfasser des Wahlprogramms, Radulf Rumpel, gesprochen und ihn zu seinem umstrittenen Pamphlet befragt.

Jounaille: Herr Rumpel, der Schutz unserer Umwelt und die Abwendung der Klimakatastrophe spielen eine zentrale Rolle in der Politik aller etablierten Parteien, sind das Hauptanliegen zahlloser Nichtregierungsorganisationen und bestimmen seit vielen Jahren die Schlagzeilen und Nachrichtensendungen. Wie kommen Sie und und Ihre drei Mitstreiter in solchen Zeiten auf die Idee, eine radikale Umkehr zu fordern und den Klimawandel gar verschärfen zu wollen?

Herr Rumpel: Die Frage muss nicht lauten, wie wir auf diese Idee kamen, sondern warum solche wichtigen und drängenden Probleme erst jetzt, nach so langer Zeit des untätigen Herumsitzens und Abwartens, angesprochen und thematisiert werden. Die im Parlament vertretenen Parteien haben hier auf ganzer Linie versagt.
Eine neue Studie besagt, dass wir in Deutschland, was die Durchscnittstemperatur angeht, weit hinter Ländern wie den Fidschi-Inseln und Angola rangieren. Wenn man die industriellen und finanziellen Kapazitäten der BRD mit denen dieser Nationen vergleicht, ist das absolut lächerlich.
Wenn wir jetzt nicht schnell und entschlossen reagieren, machen wir uns zum Gespött der Weltgemeinschaft.

Journaille: Durch den Treibhauseffekt droht der Meeresspiegel zu steigen und die Lebensräume unzähliger Menschen zu überfluten. Wie können Sie so etwas verantworten?

Herr Rumpel: Viele arbeitslose Bauarbeiterinnen und Bauarbeiter brennen förmlich darauf, wieder in Lohn und Brot zu kommen. Durch die Errichtung gewaltiger Schutzdeiche und Dämme an den Küsten der bedrohten Länder wollen und werden wir diesen tüchtigen Frauen und Männern zu einer Arbeit verhelfen, mittels derer sie wieder ein Leben in Würde und Selbstbestimmung jenseits von Hartz4 führen können.

Journaille: Ihre Partei plant die Errichtung von dreissig ungefilterten Kohlekraftwerken. Kritiker monieren, dass die Inbetriebnahme dieser Kraftwerke eine unzumutbare Belastung durch Feinstaub und Smog in weiten Teilen der Bundesrepublik bewirken wird.

Herr Rumpel: Sie denken zu sehr in festgefahrenen Bahnen. Wir müssen in vielerlei Hinsicht neue Wege gehen. In Zeiten von Vogel- und Schweinegrippe sollten ohnehin alle verantwortungsbewußten Bürgerinnen und Bürger eine Schutzmaske tragen. Wenn man die Dinger nicht immer nur in weiß herstellt, sondern mit ein paar schönen Motiven verziert, wird daraus vielleicht sogar der Modetrend des 21. Jahrhunderts. Ich persönlich habe bereits drei Stück zu Hause, alle handgenäht und mit herrlichen Stickereien versehen.  Die Teile sind echt schick!

Journaille: Sollten Sie es, wider alle Erwartungen, wirklich in den Bundestag schaffen, mit welchen Parteien würden Sie Koalitionsgespräche führen?

Herr Rumpel: Wir sind bereit und willens, mit allen offene und ehrliche Gespräche zu führen. Natürlich haben wir einige kleinere inhaltliche Differenzen zu den Grünen, aber mit Vernunft und Augenmaß lassen sich solche Schwierigkeiten immer lösen.
Unser Hauptaugenmerk bei Koalitionsverhandlungen läge selbstverständlich auf der Besetzung der Ressorts Wirtschaft, Verkehr und Umwelt. Da gäbe es schwerlich Kompromisse.

Journaille: Herr Rumpel, wir danken Ihnen für das Gespräch.

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