Rumpel Royal

Gestern abend verwandelte sich unser Wohnzimmer in eine Spielhölle.

Wir spielten Poker

Dabei waren:

Huldine, Pedde, Radulf, Schanne, Jirimam und Steffo.

pokertisch

Um Punkt 20.30 Uhr begann das Spiel. Blicke wurden grimmig, Mundwinkel verzerrten sich. Mit völlig undurchschaubaren Mienen saßen wir da, bis zum äußersten gespannt. Sechs wachsame Augenpaare registrierten jede Bewegung, jedes Zucken der Augenlider, jede noch so kleine Regung, jeden nervösen Griff zur Zigarette oder zum Glas. Die ersten Karten wurden ausgeteilt. Hände griffen nach den Karten, hoben sie sachte, ganz sachte an. Peddes rechter Daumen zitterte ab und an ein wenig, Schanne hüstelte erregt. Huldines Augen schienen zu blitzen – oder war das ein Lichtreflex?

Ich schalte jetzt den Dramatikmodus ab, diese Art der Schilderung von Pokerspielen gehört definitiv nicht zu meinen schriftstellerischen Stärken, wie ich gerade merke. Das überlasse ich lieber Herrn Fleming. Aber man kann es ja mal versuchen.

Ich hatte mich von allen am besten im Griff, möchte ich betonen. Lediglich etwas Schaum vor dem Mund gab gelegentlich Anhaltspunkte auf mein Blatt, doch redete ich mich geschickt mit dem Hinweis auf Tollwut heraus.

Es wäre müßig, die vielen Höhepunkte des Abends aufzuzählen, einer war sicherlich der mächtige Pott, den der Pedde abgestaubt hat, weil er seinen Flush mit einer As bauen konnte und damit Steffos Buben überwältigte.

Der nächste Höhepunkt folgte dann gleich danach, es war Steffos Wutrede über die As.

Es wurde hoch gepokert und tief gestapelt. Die beiden alten Männer tranken feinsten schottischen Whiskey. Es wurde geraucht und Kaffee getrunken. Ab und an ging auch mal jemand auf die Toilette. Und es wurde geblufft und gelacht und es wurden Scherze  auf Kosten der Verlierer gemacht. Es gab einige Diskussionen über die Regeln. Manchmal musste der Radulf auch mit strenger Miene eingreifen, wenn zuviel geplaudert wurde: “Die Blinds bitte! Wir sind nicht zum Spass hier!” Im allgemeinen war Radulf jedoch milde gestimmt, denn es war ne jute Truppe.

Am Ende waren fast alle so mehr oder weniger auf Null, bloß der olle Radulf hat jetzt Schannes Geld. Aber eigentlich bleibt es damit ja in der Familie.

Und nachdem das junge Volk gegangen war, saßen der Pedde und der Radulf und die Huldine noch bis sechs Uhr wach und redeten unter anderem über Stalking, Kinder und Tätowierungen.

Ein gelungener Abend, der nach baldiger Wiederholung kräht.

Ein weiterer Bericht des Abends findet sich natürlich auch beim Pedde.

Bis denne,

Euer Radulf

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4 Antworten zu “Rumpel Royal”

  1. Pedde sagt:

    Krähhh! Krähhh!

  2. [...] Gastgeber und alle Mitspieler und ich bin gespannt ob noch ein Bericht von Radulf folgt. Hier Radulfs Reportage zum [...]

  3. Pedde sagt:

    Hah! Der erste Spam! :-D

  4. Radulf sagt:

    So, habe gerade heldenhaft den ersten Spam gelöscht. Frechheit.
    Ich werde schleunigst ein paar russische Hacker engagieren, die in meinem Namen ein elektronisches Massaker auf der Seite dieser Spampiraten veranstalten.

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