Heute möchte ich meiner geneigten Leserschaft den Obba vorstellen.
Mein Kommunionskreuz auf dem Bild ist absolut notwendig, um die finstere Aura des Obbas zu bändigen.

Der Obba ist nämlich ein Schamanenstab aus Borneo. Vor etwa 16 Jahren, als der Radulf am Ende einer längeren Seereise an einem einsamen Strand strandete, wurde der Radulf von einem Stamm wilder Kannibalen gefangen genommen.
Die Kannibalen waren ganz außer sich vor Freude und tanzten Boogie-Woogie um ihr Zeremonienfeuer. Sie tanzten acht Stunden am Stück, weil das alte Grammofon, das sie (zusammen mit einer Boogie-Woogie-Schallplatte) von ihrem letzten Opfer erbeutet hatten, mit der Hand bedient werden musste und sie die richtige Geschwindigkeit noch nicht rausgefunden hatten. Sie tanzten also etwa mit zwölf Prozent der üblichen Boogie-Woogie-Geschwindigkeit.
Sah echt merkwürdig aus. Jedenfalls waren sie am Ende des achtstündigen Tanzes alle völlig erschöpft und schliefen ein.
Nur der Schamane, ein kleiner Mann mit stechendem Blick und spitzgefeilten Zähnen, der einen großen Stab in der Hand hielt, blieb wach. Er hatte nicht getanzt, das wäre unter seiner Würde gewesen. So ging er also in seine Hütte und holte ein Brecheisen und einen Löffel. Die Kannibalen von Borneo essen nämlich zuerst das Gehirn. Mit einem Brecheisen öffnen sie den Schädel des Opfers und löffeln dann das Gehirn raus. Erst danach wird das Essen gekocht. Dazu nehmen sie dann schon Messer und Gabel, sie sind also nicht gänzlich unzivilisiert.
Doch zurück zur Geschichte: Radulf, gefesselt. Der Schamane, mit seinem Besteck bewaffnet und hungrig. Habe ich schon seinen stechenden Blick erwähnt? Und die spitzgefeilten Zähne?
Und das Entsetzliche geschieht. Der Schamane bricht Radulfs Schädel auf! Doch was ein Glück! Denn durch einen unglaublichen Zufall fällt dem Radulf ein scharfkantiger Splitter seines Schädels in die hinter seinem Rücken gefesselten Hände. Radulf fängt also wie irre an den Fesseln zu sägen und zu schaben an. Und wieder hat Radulf Glück. Denn nach einem ersten Löffel stutzt der Schamane. Er geht nochmal in seine Hütte. Radulf sägt, schabt, zerrt an den Fesseln. Der Schamane kommt zurück, mit Salz- und Pfefferstreuer sowie etwas Majoran.
Radulf schwitzt nun, er keucht, seine Hände zittern. Der Schamane streut etwas Salz auf Radulfs Gehirn. Radulf stöhnt vor Schmerz. Der Schamane gibt eine Prise Pfeffer hinzu. Und da passiert es. Radulf schreit vor Schmerz, bäumt sich auf, und die angesägten Fesseln reißen endgültig. Der Radulf tobt und packt den Stab des Menschenfressers, den dieser beim Essen beiseitegelegt hatte. Er haut seinem Peiniger das Ding auf den Ölles, dass es kracht. Der Schamane bricht zusammen!
Dann sammelte Radulf rasch seine Schädelsplitter wieder auf und rannte, wie er noch nie zuvor gerannt war. Er lief direkt zum nächsten Flughafen und nahm gleich die erstbeste Maschine nach Frankfurt.
Dort ließ er erstmal seinen Schädel wieder flicken. Auf die Narkose verzichtete er, auf das bisschen Qual kam es dann auch nicht mehr an. Die Operation glückte, es gab nicht mal eine Narbe.
Ja, so war das. Und wenn ihr mir die Geschichte nicht glaubt, dann schaut euch nochmal das Bild an. Der Stab gehört jetzt mir, und das ist der Beweis. Denkt mal drüber nach!
Tags: Fiktives
Pah! Ich habe auch nen Obba hier rumliegen. Das ist aber eine andere Geschichte.
Trotzdem ein großes Abenteuer. Bin immer noch ganz erschüttert.
Und ich erst. Mir fehlt ein Löffelchen Gehirn, das hat doch der Schamane gegessen. Manchmal spüre ich das noch….
Doch du weisst ja: Der Geist dieses Schamenen ruht noch lange nicht. Nun hater Darga di Dongo geschickt. Eine schmächtige gewiefte manisch-depressive Koboldschamanin, die sich auf dem Weg zu dir befindet …
muhhahahahahhaaaaaa …. ich werde dich finden, mein kleines Liebeling!
[...] draus, dass dieser Job nicht wirklich Zukunft hat. Aber ich fühle mich schon irgendwie berufen und mein Schamanenstab aus Borneo auch “Obba” genannt, verbietet es mir meine bereits begonnene Tätigkeit einfach so zu beenden. Wer weiß, vielleicht [...]
[...] finde es großartig, dass der Obba auf seine alten Tage nochmal mit dem Reisebus nach Rom reisen will und darüber hinaus auch noch [...]
aaahhh…. harte geschichte. Ich schnappe mir jetzt ne Kamera und drehe n Kinofilm daraus. oder noch besser ne trilogy
Auf jeden Fall ne Trilogie. Falls du einen Hauptdarsteller brauchst…..