Spieletipp: Kingsburg

Die Gouverneure der neuen Grenzprovinzen des Königreichs Kingsburg wetteifern um die Gunst des Königs. Wer regiert seine Provinz am besten?

Die Wirtschaft muss angekurbelt, die Wünsche der Einwohner berücksichtigt und es muss für ausreichend Schutz vor böswilligen Eindringlingen gesorgt werden.

Märkte, Bauernhöfe und Handelsgilden sorgen für Wohlstand, Kneipen und Kirchen erfüllen die Bedürfnisse der Einwohner nach Begegnung und einem stillen Ort der inneren Einkehr.

Doch es braucht auch feste Mauern und Burgen sowie standhafte Soldaten, um Land und Untertanen vor Zombies, Orks, Kobolden und anderen Unholden zu beschützen.

Um all dies verwirklichen zu können, muss man jedoch erst einmal genügend Einfluss am Königshof gewinnen…

Autoren: Andrea Chiarvesio & Luca Iennaco

Verlag: Truant Verlag / Ulisses

Erscheinungsjahr: 2007

Spieleranzahl: 2-5

Dauer: ca. 90 Minuten

Schwierigkeit Regeln: leicht

Glück: spielt ganz sicher eine Rolle

Spielkunstfaktor: relativ niedrig

Spannung: meistens hoch

Interaktion: wenig

Ausstattung: sehr ansprechend

Schlägerei: keine

Wer gewinnt?

Sieger wird, wer nach fünf Runden die meisten Siegpunkte errungen hat.

Siegpunkte gibt es hauptsächlich für den Bau neuer Gebäude, für die Einflussnahme auf bestimmte Personen am Königshof sowie für den Sieg über diverse Bösewichte, die die eigene Provinz überfallen wollen.

Wie läuft das Spiel ab?

Das Prinzip ist ganz einfach: Eine Runde entspricht einem Jahr, und jedes Jahr hat vier Jahreszeiten.

Im Frühling, Sommer und Herbst wird jeweils erst Einfluss am Königshof geltend gemacht, anschließend werden mit den damit erlangten Rohstoffen (Holz, Stein und Gold) Gebäude gebaut.

Die Sache mit der Einflussnahme ist relativ stark vom Würfelglück abhängig: Jeder Spieler würfelt mit drei bis vier Würfeln. Dann legen die Spieler nach einer bestimmten Reihenfolge ihre Würfel je nach Augenzahl auf die Felder der Personen am Königshof, der den größten Teil des Spielbretts einnimmt.

Man kann seine Würfel entweder auf mehrere passende Personen verteilen oder die Augenzahlen mehrerer Würfel addieren, um eine ranghöhere Person mit einer größeren Zahl und mehr Rohstoffen / Vergünstigungen zu beeinflussen.

Und wichtig: Jede Person am Hof hilft normalerweise in jeder Runde nur einem Spieler. Ein von einem anderen Spieler besetztes Feld kann also im Normalfall nicht mehr mit eigenen Würfeln belegt werden.

Hier heißt es klug und vorausschauend zu planen und die Würfel mit Bedacht zu legen, will man nicht das Nachsehen haben.

Dann wird Kasse gemacht: Je nach gelegten Würfeln erhalten die Spieler von den Beratern, Fürsten und anderen Leuten am Hof Rohstoffe, Soldaten und andere Vorteile.

Mit den Rohstoffen dürfen die Spieler anschließend noch ein Gebäude bauen. Jeder Spieler hat vor sich eine große Papptafel mit den Abbildungen der Gebäude liegen. Darauf sind auch Kosten und Wirkungsweise der Gebäude verzeichnet. Errichtet man ein solches, legt man einen Marker auf die jeweilige Abbildung, um anzuzeigen, dass man nun über das entsprechende Bauwerk verfügt.

Manche Gebäude bringen eher Vorteile bei der Einflussnahme auf den Hof, andere stärken die Verteidigung, bei anderen liegt der größte Vorteil in den Siegpunkten, die man dafür erhält.

So laufen also die ersten drei Jahreszeiten ab. Vor jeder Jahreszeit gibt es noch kleine Zwischenrunden, bei denen im Frühling und im Herbst dem Spieler mit den wenigsten Gebäuden ein wenig unter die Arme gegriffen wird und im Sommer der Spieler mit den meisten Bauwerken einen Siegpunkt erhält.

Das bringt ein wenig Abwechslung und zusätzliche Spannung ins Spiel, aber auch eine weitere Möglichkeit zu taktieren. Man könnte z.B. absichtlich mit dem Bau neuer Gebäude warten, um die Vorteile im Frühjahr und Herbst abzugreifen, oder andersherum viele günstige Gebäude statt weniger teurer errichten, um im Sommer den Siegpunkt einzuheimsen.

Im Winter geht es ans Eingemachte: Eindringlinge bedrohen die Provinzen und wollen plündern und brandschatzen.

Die Unholde kommen!

Zu Beginn des Spiels kommen insgesamt fünf Karten ins Spiel, die für die Angreifer stehen, die am Ende jedes Jahres die Provinzen unsicher machen. Normalerweise kennen die Spieler nur die ungefähre Stärke der Unholde, da es für jedes Jahr einen Satz Karten mit einer bestimmten Spanne an Kampfkraft gibt. Allerdings erhält man durch Beeinflussung bestimmter Personen am Hof die Gelegenheit, die aktuelle Karte anzusehen, dadurch die genaue Stärke herauszufinden und entsprechend zu reagieren.

Vor dem Winter haben die Spieler die Möglichkeit, gegen Abgabe von Rohstoffen Soldaten anzuheuern. Vielleicht hat auch der eine oder andere Spieler durch Einfluss am Hof bereits den einen oder anderen Soldaten unter Vertrag.

Im Winter selbst blasen die Unholde dann zum Angriff. Die Karte mit umgedreht. Die Stärke der Invasoren steht damit fest und wird mit der Stärke der Spieler verglichen, die sich aus ihren Soldaten, Militärgebäuden und der durch einen Würfel bestimmten Unterstützung des Königs errechnet.

Wer die Schlacht verliert, verliert, je nach Gegner Rohstoffe, Siegpunkte oder gar – besonders schmerzhaft – Gebäude.

Den Siegern winken dagegen eine Belohnung in Form von Rohstoffen oder Siegpunkten.

Ausstattung

Relativ wenig Material, dafür sehr ordentlich gemacht. Die Berater sind ein wenig im Comic-Stil gehalten, ebenso die Angreifer auf den Karten und die Gebäude auf den Provinzpappen.

Die insgesamt 21 Würfel, die Rohstoffspielsteine und die Siegpunkt- und Jahreszähler sind aus Holz.

Meine Meinung

Ein sehr nettes Spiel. Es gibt keine direkten Konflikte zwischen den Spielern; die einzige Möglichkeit, den anderen eins auszuwischen, besteht beim Legen der Würfel, wo man Felder blockieren und damit für die anderen sperren kann.

Daher z.B. hervorragend für ein Spiel zu dritt geeignet, da sich bei solchen Spielen allzu oft die beiden Schwächeren gegen den Stärksten verbünden, bis einer der Schwächeren der Stärkste wird und das Spiel von vorne losgeht. Nicht bei diesem Spiel!

Die Regeln sind sehr leicht zu erlernen, die möglichen Aktionen sind jederzeit überschaubar, also auf jeden Fall etwas für Gelegenheitszocker.

Vielspieler kommen aber auch auf ihre Kosten, weil Kingsburg einfach und locker zu spielen ist und Riesenspass macht.

Und spannend war es bei uns bisher fast immer bis zum Schluss, was ein weiterer Pluspunkt ist.

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