Der Kaiser hat einen Wettstreit ausgerufen! Welcher Impresario baut das schönste Colosseum, liefert die größten Sensationen und gewinnt die Herzen des Publikums?
Als Leiter einer römischen Arena bist du gefordert. Schaffe die wildesten Löwen und die schnellsten Pferde heran, stell die gestähltesten Gladiatoren, die begabtesten Dichter und die talentiertesten Musiker ein und sorge für die atemberaubendste Kulisse!
Erweitere dein Colosseum, baue Luxusplätze für den Adel und eine Loge für den Kaiser. Und hab dabei ein Auge auf deine Finanzen, denn das alles kostet viel Geld.
Jeder fängt einmal klein an, aber am Ende muss man das größte Spektakel von allen bieten, um die Gunst des sensationshungrigen Publikums und die des Kaisers zu gewinnen.
Autoren: Wolfgang Kramer & Markus Lübke
Verlag: Days of Wonder
Erscheinungsjahr: 2007
Spieleranzahl: 3-5
Dauer: 90 Minuten bis 2 Stunden, also länger als auf der Packung angegeben
Schwierigkeit Regeln: einfach, ein bis zwei Testrunden sollten reichen
(Seitenzahl des Regelheftes: 10)
Glück: hält sich in Grenzen
Spielkunstfaktor: hält sich auch in Grenzen
Spannung: kommt darauf an, kann sehr spannend werden
Interaktion: man kann untereinander tauschen
Ausstattung: der Hammer!!!
Schlägerei: gibt es keine
Wie man gewinnt
Ein Spiel geht über fünf Runden. Jeder Spieler beginnt mit einem kleinen Colosseum und einer zufälligen Auswahl an Spektakelplättchen. Diese stehen für die Akteure und Kulissenteile, mit denen man die Aufführungen in der Arena gestaltet.
Im Laufe des Spiels baut man seine Arena aus und liefert dem Publikum immer prächtigere Darbietungen mit immer mehr Akteuren und immer besserer Kulisse. Je ausgefeilter eine Vorstellung ist, desto mehr Zuschauer werden kommen.
Wer nach der letzten Runde den Zuschauerrekord hält, ist Sieger. Wichtig ist das mit dem Rekord. Es werden nicht alle Zuschauer aus allen Runden gezählt, sondern es gilt bei jedem Spieler nur die höchste Zuschauerzahl, egal, in welcher Runde er diese erreicht hat.
Wie das Spiel funktioniert
Die fünf Spielrunden sind nochmals in fünf Phasen unterteilt. Diese Phasen absolviert stets der Startspieler zuerst, dann folgen die anderen Spieler im Uhrzeigersinn. Das Amt des Startspielers wiederum wechselt nach jeder Runde auch im Uhrzeigersinn. So ist also jeder einmal als erster an der Reihe.
In der ersten Phase hat man die Möglichkeit, zu investieren. Man kann entweder eine neue Programmkarte erwerben oder auf verschiedene Weise seine Arena erweitern.
Nur ein Programm, zu dem man die entsprechende Programmkarte hat, darf man aufführen. Auf den Programmkarten sind die Spektakelplättchen und die Größe der Arena angegeben, die man für die Aufführung des Programms benötigt. Außerdem ist hier verzeichnet, wie viele Zuschauer man damit anlocken kann.
Ein Ausbau der Arena bringt entweder mehr Platz für die Veranstaltungen, mehr Zuschauer oder eine erhöhte Chance, dass ein Senator, ein Konsul oder gar der Kaiser der Darbietung beiwohnt, was wiederum für mehr Zuschauer sorgt.
In der zweiten Phase können die Spieler während einiger Auktionen neue Spektakelplättchen erstehen, in der dritten Phase dürfen die Spieler untereinander Spektakelplättchen tauschen.
Die Vorstellungen, auf die so hart hingearbeitet wurde, finden in der vierten Phase statt. Vor der eigentlichen Aufführung darf man noch einen Würfel (zwei, falls man eine Kaiserloge gebaut hat) werfen, um die Senatoren, die Konsuln oder den Kaiser zu ziehen. Mit ein wenig Glück kann man sie bei einer solchen Aktion in die eigene Arena bewegen.
Auf Basis des jeweils von den Spielern für diese Runde aufgeführten Programms werden nun die Zuschauer errechnet. Falls man das Programm nicht komplett hinbekommt, weil einige Spektakelplättchen fehlen, gibt es Abzüge. Mehr Zuschauer gibt es durch einige andere Besonderheiten wie z.B. Luxusplätze oder die Gegenwart der bereits erwähnten Senatoren, Konsuln oder des Kaisers in der Arena.
In der fünften erhält der Spieler, den gerade den Zuschauerrekord hält, eine Belohnung in Form eines Podiums. Das bringt bei seinen nächsten Veranstaltungen einige Zuschauer mehr.
Dann finden Aufräumarbeiten statt. Jeder Spieler muss eines der Spektakelplättchen abgeben, das er in der Vorstellung dieser Runde benutzt hat.
Schließlich darf der Spieler mit dem schlechtesten Rekord vom Spieler mit dem höchsten Rekord ein Spektakelplättchen nehmen. Das sorgt ein wenig für Ausgeglichenheit und Spannung.
Wie das Spiel gemacht ist
Sehr schön gestaltet. Die Plättchen und Programmkarten sind aus stabiler Pappe mit stimmigen Motiven. Die Figuren der Senatoren, Konsuln und des Kaisers sind vom Feinsten und tragen noch ein paar Pluspunkte zum sowieso äußerst positiven Gesamteindruck bei.
Das Regelheft lässt ebenfalls keine Fragen offen.
Ich wiederhole mich, aber die Jungs von Days of Wonder wissen wirklich, worauf es ankommt.
Mein Fazit
Ein Spiel sowohl für Einsteiger als auch für echte Zocker. Erstere müssten eigentlich wegen der relativ einfachen Regeln leicht in das Spiel hineinkommen. Für letztere eine schöne Alternative zu komplexeren Spielen, mit einem originellen Hintergrund, zügigem Spielfluss und äußerst ansprechender Aufmachung.
Ein kleiner Schwachpunkt ist die geringe Rundenzahl. Ein intensives und abwechslungsreiches Ausbauen der eigenen Arena und die Gestaltung neuer Programme kommt leider ein wenig zu kurz, da sich bei mehrmaligem Spielen doch einiges wiederholt.
Die Stärken des Spiels liegen woanders:
Dadurch, dass die Punkte bzw. Zuschauer nicht fortlaufend gezählt werden, sondern nur der Rekord zählt, darf man sich oft bis zuletzt Hoffnungen machen, und es bleibt spannend
Das Kaufen neuer Spektakelplättchen wird über Auktionen getätigt. Damit und durch die Möglichkeit, untereinander zu tauschen, kommt eine gewisse Interaktion und Kommunikation unter den Spielern zustande, was immer für eine Extraportion Spielspass sorgt.
Eine (zumindest für mich) neue Spielidee wurde gut in Regeln gegossen und umgesetzt.
Und die wirklich gelungene Aufmachung tut ihr Übriges für einen schönen Spieleabend.
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