Männer und Kapitulationen

Gestern haben wir uns mal wieder zu viert die Köppe eingehauen.

Es spielten: Hammurabi, Caristian, Huldine und Radulf.

Es wurde gespielt: Age of Empires 3

kommandozentrale

Ein Echtzeitstrategiespiel (am Computer, wir hatten vier davon), bei dem man mit Musketieren, Husaren, Dragonern und Kanonen etc. gegeneinander antritt. Um ein möglichst beeindruckendes und großes Heer aufstellen zu können, muss man zuerst mal ein wenig Aufbauarbeit leisten. Man verfügt am Anfang über einige Siedler, die man dann zum Holzhacken, zur Büffeljagd oder zum Silberabbau schickt. Von den Rohstoffen baut man dann Häuser und Kasernen und Ställe usw., in denen man dann die bereits erwähnten Truppen ausbildet.

Es war zu Anfang großartig und gegen Ende seltsam.

Wir spielten erst gegen vier Computergegner, die wir herbatschten, dass es knallte. Unsere unzähligen Heldentaten werden noch in Jahrhunderten besungen werden, wenn unsere Rechner schon längst in Technikmuseen stehen werden.

Dann kam Radulfs und Huldines große Stunde. In zwei hart umkämpften Spielen bezwangen sie dank grimmiger Entschlossenheit und überragender Strategie den Hammurabi und den Caristian.

Im Anschluss daran fräste sich Radulf in zwei Spielen Jeder gegen Jeden durch seine Gegner wie eine Kettensäge durch einen Gorgonzola.

Dann legte sich Huldine schlafen und Radulf pausierte ein Spiel, um abzuwaschen und ein wenig aufzuräumen (Es ist unglaublich, wie viele Tassen vier Computerkrieger brauchen).

Die zwei Freunde machten derweil ein Spiel zu zweit gegeneinander. Nach getaner Arbeit setzte sich der Radulf dazu und linste den beiden über die Schulter.

Nun hatte der Caristian den König von Babylon irgendwann so ganz übel überrannt. Ein Großteil der Arbeiter des Verlierers war dahingemetzelt, seine Stadt lag in Schutt und Asche und die Horden des Siegers paradierten mit wehenden Fahnen durch die Trümmerhaufen.

Währenddessen flüchtete Hammurabi mit seinen verbliebenen Arbeitern in eine Ecke der Karte und begann dort wieder eine Siedlung zu bauen. Das macht er öfter, und es ist stressig, weil es definitiv nur eine Frage der Zeit ist, bis er dort gefunden wird und wieder überrannt wird. Allerdings neigt er dann dazu, sich eine andere Ecke zu suchen, und dann kann es echt dauern.

Also sage ich, da ich gerne noch eins gespielt hätte, zu ihm: “Sag mal, willst du nicht aufgeben, dann machen wir noch eins zu dritt.”

Meint der Kerl doch, er hätte noch Arbeiter und das Spiel wäre noch lange nicht entschieden.

Sage ich sinngemäß: “Dein Gegner hat auch noch Arbeiter, und zwar doppelt so viele, außerdem hat er noch alle seine Häuser und dazu kommt noch seine riesige Armee.”

Darauf folgte dann die gereizte Entgegnung, er hätte noch lange nicht verloren, aber er würde mir zuliebe aufgeben, damit wir noch eines machen können.

Das nächste Spiel verlief dann in einer seltsamen, stillen Atmosphäre, und der abschließende Aufenthalt in der Küche, wo wir noch eine rauchten, ebenfalls.

Wir waren beide ganz schön beleidigt, aber so sind echte Männer nun mal, wenn sie nicht Recht behalten.

Das wars auch schon, denkt mal drüber nach.

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