Meldung in eigener Sache

13. Juli 2012

Schon wieder hat es der umtriebige Geschäftsmann Radulf Rumpel auf die Titelseiten des Boulevards geschafft. Seine neueste Idee sorgt für blankes Entsetzen bei Datenschützern und Organisationen wie Transparency International. Wir haben mit ihm gesprochen.

Pressefuzzi: Herr Rumpel, übereinstimmende Pressemeldungen vermelden, dass Sie die Adressen von Meldeämtern zu Geld machen wollen. Wie kamen Sie auf diese Idee?

Rumpel: Wir waren im Festzelt. Es dauerte skandalöse 57 Sekunden, bis wir unsere sechste Maß Bier erhielten. In einer solch langen Zeit macht man sich so seine Gedanken. Über das Leben, das Universum und über Geld.

Pressefuzzi: Aha. Nun gut, erläutern Sie doch bitte unseren Lesern, wie Sie Kapital aus den Adressen von Meldeämtern machen wollen.

Rumpel: Es besteht einfach genug Nachfrage. Es gibt einen Haufen Leute, die sich beim Meldeamt melden müssen. Also brauchen Sie die Adresse. Wir wissen, wo die Meldeämter sich befinden. Also verkaufen wir den Leuten, die wissen wollen, wo das Meldeamt ist, diese Informationen. Es ist lachhaft einfach. Wir haben mit der Adresse des Meldeamts in Würzburg begonnen und verkaufen mittlerweile auch die der Ämter in Wuppertal und Bergisch-Gladbach. Erfurt und Düsseldorf werden bald folgen, danach geht es vermutlich Schlag auf Schlag. Das ist eine Goldgrube!

Pressefuzzi: Das ist lächerlich. Die Adressen der Meldeämter stehen in vielen öffentlichen Verzeichnissen, unter anderem im Telefonbuch. Das gibt es in jedem Haushalt!

Rumpel (grinst dämlich): Da sorgen wir vor. Wir kaufen einfach Massen an Adressen von den Meldeämtern. Also Adressen von Leuten, nicht die Adressen der Meldeämter. Die haben wir ja schon. Aus den Adressen dieser Leute filtern wir die Adressen von alten und dummen Menschen heraus. Die alten, meist leichtgläubigen Leute kriegen wir über das Alter heraus, die dummen Menschen versuchen wir mangels Alternative anhand bildungsferner Schulabschlüsse zu identifizieren. Dann verkleiden wir uns als Gas- und Wasserinstallateure und verschaffen uns unter erlogenen Vorwänden Zutritt zu den Wohnungen der Zielpersonen. In einem unbeobachteten Moment streichen wir im Telefonbuch mit einem dicken Edding die Adresse des zuständigen Meldeamts durch. In den nächsten Tagen schreiben wir die Zielpersonen an – wir haben ja die Adressen – und bieten die Adresse des Meldeamts zum Verkauf an.

Pressefuzzi: Herr Rumpel, Sie sind vollkommen und unheilbar geisteskrank.

Rumpel: Das wusste ich schon lange vor Ihnen, Alter. Servus.

Was auch gesagt werden sollte

07. April 2012

Sehr geehrte Leserschaft, liebe Welt.

Heute könnte es ein kleines bisschen pathetisch werden.

Aber keine Sorge, es dauert nicht so lange.

Hier war ja nun auch lange Zeit Schweigen.

Es wird Zeit, dass mal wieder was gesagt wird.

Gefahr für den Weltfrieden und so.

Seid doch einfach alle ein wenig netter zueinander.

Wenn man sich so umschaut, reicht vielleicht ein wenig nicht.

Aber es wäre ein Anfang.

Bitte.

Danke.

Radulf Rumpel – der bessere Bundespräsident?

10. Januar 2012

Anlässlich der völlig überraschenden und auch lediglich von ihm selbst bekanntgegebenen Kandidatur Radulf Rumpels für das Amt des Bundespräsidenten haben wir mit diesem darüber gesprochen.

Pressefuzzi: Herr Rumpel, obwohl die Regierungskoalition weiterhin interne Gespräche über einen geeigneten Nachfolger für das Amt des Bundespräsidenten dementiert und Christian Wullf hartnäckig an seinem Stuhl zu kleben scheint, haben Sie sich selbst kurzerhand zum Kandidaten erklärt. War das nicht ein wenig voreilig?

Rumpel: Diese Posse wird mir langsam unerträglich, und zwar nicht nur von Seiten Wulffs, sondern auch von Seiten der Medien. Es ist widerlich und macht mich krank. Erst gestern früh habe ich beim Lesen der Morgenmeldungen wieder kotzen müssen. Das muss ein Ende haben, und zwar bald.

Pressefuzzi: Das mag sein. Doch selbst wenn der Posten frei würde, was spräche für einen Bundespräsidenten Rumpel in Bellevue?

Rumpel: Zunächst möchte ich klarstellen, dass Bellevue für mich nicht in Frage kommt. Ich habe einen relativ großen Freundes- und Bekanntenkreis, aber bei einem Umzug könnte ich von denen höchstens verlangen, in Würzburg den Sprinter vollzuladen. In Berlin stünde ich dann ziemlich alleine da mit meiner Frau und den ganzen Kartons. Deshalb würde ich den Amtssitz verlegen nach Würzburg, obere Zellerau. Wir haben da eine gemütliche Drei-Zimmer-Wohnung mit Platz für mindestens zwei Staatsgäste auf unserem Sofa. Schloß Bellevue würde abgerissen. Da kommt ein Einkaufscenter hin. Einige gute Bekannte und Freunde haben schon Interesse signalisiert, dieses Bauvorhaben in die Tat umzusetzen.

Pressefuzzi: Sie haben die Frage nicht beantwortet und werfen mit Ihrer Antwort gleich eine neue auf. “Gute Bekannte” und “Freunde” stehen im Zentrum der Diskussion um Christian Wulff. Wollen Sie die gleichen Fehler machen wie der derzeitige Amtsinhaber?

Rumpel: Ich möchte nicht in einem Land leben, in dem man nicht einmal einigen Bekannten und Freunden lukrative Aufträge zuschanzen darf. Solange eine Hand die andere wäscht, kann man sich diese Hände auch ruhig schmutzig machen. Vor allem würde natürlich alles völlig legal ablaufen. Im übrigen ist genau das der Unterschied zwischen mir und anderen Zeitgenossen. Ich kommuniziere das alles im Vorhinein und ohne jedwede Scham. Transparenz, Ehrlichkeit, Offenheit und Direktheit gehören so vollständig zu meinem Amtsverständnis, wie etwa der Islam zu Deutschland.

Pressefuzzi: Der Boulevard kolportiert Meldungen aus ihrem Freundeskreis, wonach Sie lediglich über ein einziges Jackett verfügen, und selbst das habe ein Brandloch. Ist das die angemessene Garderobe für das höchste Amt der Bundesrepublik?

Rumpel: Ach, geh weg! Die ewig gleiche Uniform der Spesenritter! Ich verfüge über unzählige bunte T-Shirts, mit denen ich – auch politische – Akzente setzen kann. Für Despoten wie Herrn Machmanichdendschihad oder Herrn RasPutin hätte ich z. B. ein schönes blaues mit Gargamel vornedrauf. Das drückt so viel mehr aus als bloßes Phrasendreschen über Menschenrechte.

Pressefuzzi: Fühlen Sie sich durch eine Teilzeitstelle als Buchhändler tatsächlich vorbereitet auf die immense Verantwortung, die mit dem Amt des Bundespräsidenten einherginge?

Rumpel: Da eine langjährige Vorbereitungszeit als Oppositionsführer und anschließend als Ministerpräsident nach Christian Wulffs eigenen Worten auch nicht genügen, sehe ich mich hinreichend gewappnet. Außerdem sind Sie entweder schlecht vorbereitet auf dieses Interview, oder Sie unterschlagen absichtsvoll die unzähligen öffentlichen Auftritte nach meiner Wahl zum “Trinker des Jahres 1997″.

Pressefuzzi: Haben Sie schon Pläne für den Fall, dass es nicht klappen sollte mit Ihrer Kandidatur?

Rumpel: Das Amt des Verteidigungsministers reizt mich ebenfalls. Neben meinen zahllosen Verpflichtungen als Ehemann, Teilzeitbuchhändler und Halter von vier Kaninchen lasse ich bereits mit Hochdruck an meiner Doktorarbeit schreiben.

Pressefuzzi: Herr Rumpel, vielen Dank für dieses Gespräch.

Rumpel: Da nich´für. Servus.


Fettsucht-Epidemie in den USA

02. September 2011

Washington. Die wenig überraschende Zuspitzung der Fettsucht-Epidemie in den United States of Adipositas (USA) hat endlich zahlreiche internationale Hilfsorganisationen auf den Plan gerufen. Die Menschen dort sind echt dick. Aber so richtig.

Fressen ohne Grenzen-Sprecher Heinz Schmidt: “Es fehlt an allem. Hometrainer, Laufschuhe, Jogginganzüge, Bewegung an der frischen Luft, Gemüse, Obst, Viehwaagen, Kräne und Lastwagen zum Transport der Menschen zur Blutzuckermessung. Wir wissen gar nicht, wo wir anfangen sollen. Die Situation ist dramatisch. Scheiss auf Somalia und Haiti, diese Menschen brauchen unsere Hilfe viel dringender.”

Ungeklärt ist weiter der Ursprung der Epidemie. Wissenschaftler aus aller Welt arbeiten fieberhaft an der Erbgutentschlüsselung des Erregers. Einige vermuten den Infektionsherd in der ersten Flasche Coca-Cola (um 1892), andere haben das erste McDonald’s-Restaurant im Verdacht, das 1940 seine Pforten öffnete. Aber auch zahlreiche weitere Fast-Food-Ketten werden penibel unter die Lupe genommen.

Während US-Präsident Obama noch zu beschwichtigen sucht (“Unsere Burger Bürger sind wenigstens erdbebensicher und halten notfalls auch einem Hurrikan stand!”), gerät die Arbeit der US-Regierung und ihrer Behörden von allen Seiten ins Kreuzfeuer der Kritik.

Seismologe Frank Fatburner vom Seismological Institute of Massachusetts (SLIM): “Das ist lächerlich. 89% der Erdbeben in den USA werden nach unseren Erkenntnissen von Amerikanern auf dem Weg zum Kühlschrank verursacht. Und die letzten großen Hurrikane entstanden allesamt durch Arschbomben amerikanischer Touristen in der Karibik.”

Die UNO hat jedenfalls bereits reagiert und eine Luftbrücke angekündigt. So sollen ab morgen tonnenweise Burger, Fritten und Chicken Wings außer Landes gebracht werden. Somalia, Äthiopien und weitere Dritte-Welt-Länder haben bereits nachdrücklich ihre Bereitschaft bekundet, die hochtoxischen Nahrungsmittel aufzunehmen und fachgerecht zu entsorgen.

(deutsche rumpel agentur)

Das muss mal wieder gesagt werden.

09. August 2011

Will nicht lange drum rumreden. Deshalb in aller Kürze und Deutlichkeit:

Wer keine Ahnung hat, der sollte

Einfach mal

die Presse halten


Bild: Radulf (37 und keine Ahnung) hält die Presse.

Ich wäre natürlich überglücklich, wenn viel mehr Leute einfach mal die Presse halten würden. Also ihr, meine Leser zum Beispiel. Ist ganz einfach. Man hält die Presse. Und wegen der Medienwirksamkeit fotografiert man sich dabei natürlich und stellt das ganze ins Netz. Oh Mann, ich wäre ja so glücklich.

Aber jetzt bin ich mal still und halte die Presse.

Euer ergebener

Radulf Rumpel